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Geschäftsbericht 2019

 

TRANSFORMATION

Geschäftsbericht 2019

Continental Konzern Geschäftsbericht 2018

Ausblick des Continental-Konzerns

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Prognoseverfahren
Im Januar 2019 gab Continental eine erste Einschätzung zur Entwicklung der wichtigsten Produktions- und Absatzmärkte für das gerade begonnene Geschäftsjahr bekannt. Hierauf basierte unsere Prognose für wichtige Steuerungsgrößen des Konzerns, die wir zeitgleich veröffentlichten. Dazu zählten der Umsatz und die bereinigte EBIT-Marge für den Konzern. Zusätzlich informierten wir über die Einschätzung zu wichtigen Einflussgrößen auf das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT). Hierzu gehörten die erwartete Be- oder Entlastung aus dem geschätzten Verlauf der Rohstoffpreise für das laufende Jahr sowie die erwartete Entwicklung von Sondereffekten und die Höhe der Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen. Damit ermöglichten wir Investoren, Analysten und anderen Interessierten die Überleitung auf das zu erwartende EBIT des Konzerns. Darüber hinaus gaben wir eine Einschätzung zur Entwicklung der Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie der Steuerquote für den Konzern bekannt. Dies erlaubte wiederum die Überleitung auf das zu erwartende Konzernergebnis. Außerdem veröffentlichten wir eine Prognose zu den für das laufende Jahr geplanten Sachinvestitionen sowie zum Free Cashflow vor Akquisitionen und Effekten aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain.

Im Geschäftsbericht 2018 ergänzten wir diese Prognose für den Konzern um die Prognose für den Umsatz und die bereinigte EBIT-Marge der beiden Kerngeschäftsfelder Automotive Group und Rubber Group. Wir veröffentlichten sie im März 2019 im Rahmen der Jahrespressekonferenz und der Veröffentlichung unseres Geschäftsberichts für das Jahr 2018.

Unsere Prognose für das laufende Jahr wurde wie jedes Jahr kontinuierlich überprüft. Mögliche Änderungen der Prognose wurden spätestens in den Finanzberichten zum jeweiligen Quartal beschrieben.

Die im Jahr 2015 von Continental aufgestellte Mittelfristprognose musste Ende Juli 2019 aufgrund des starken und absehbar anhaltenden Rückgangs der weltweiten Fahrzeugproduktion zurückgenommen werden. Für die nächsten Jahre erwartet Continental derzeit, dass die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen < 6 t sich bis 2024 nicht wesentlich erhöhen wird.

Prognosevergleich für das vergangene Geschäftsjahr
Unsere ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2019, die wir vollständig im März 2019 veröffentlicht hatten, basierte auf der Erwartung, dass sich die globale Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in etwa auf dem Niveau des Jahres 2018 bewegen wird. Zugleich rechneten wir mit einem Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Ersatzreifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge um 2 %.

Auf Basis dieser Marktannahmen erwarteten wir für das Geschäftsjahr 2019 bei konstanten Wechselkursen insgesamt einen Umsatz in einer Bandbreite von rund 45 Mrd € bis 47 Mrd € und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 8 % bis 9 %. Für die Automotive Group rechneten wir, bei konstanten Wechselkursen, mit einem Umsatz von rund 27 Mrd € bis 28 Mrd € und einer bereinigten EBIT-Marge von rund 6 % bis 7 %. Für die Rubber Group erwarteten wir, bei konstanten Wechselkursen und bei einer Belastung aus steigenden Rohmaterialpreisen von rund 50 Mio €, einen Umsatz von rund 18 Mrd € bis 19 Mrd € und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 12 % bis 13 %. Das negative Finanzergebnis vor Effekten aus Währungsumrechnung sowie vor Effekten aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten und sonstigen Bewertungseffekten erwarteten wir für 2019 bei rund 220 Mio €. Die Steuerquote sollte im Jahr 2019 inklusive der steuerlichen Effekte aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain bei rund 27 % liegen. Für 2019 rechneten wir unter Berücksichtigung von Aufwendungen aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain mit negativen Sondereffekten in Höhe von rund 200 Mio €. Die Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen sollten voraussichtlich rund 200 Mio € betragen. Die Investitionen vor Finanzinvestitionen wurden durch die Berücksichtigung der Leasingverhältnisse aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 auf rund 8 % vom Umsatz geschätzt. Der Free Cashflow vor Akquisitionen und vor Effekten aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain sollte zwischen rund 1,4 Mrd € bis 1,6 Mrd € liegen. Die Prognose wurde im Rahmen der Berichterstattung zum ersten Quartal 2019 in allen Teilen bestätigt.

Am 22. Juli 2019 teilten wir mit, dass mehrere Faktoren zu einer Anpassung der Prognose für das Geschäftsjahr 2019 geführt hatten. Im Einzelnen waren dies reduzierte Umsatzerwartungen für das zweite Halbjahr 2019 aufgrund der rückläufigen Entwicklung der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, Volumenrückgänge bei bestimmten Produkten der Automotive Group durch Veränderungen des Abrufverhaltens von Kunden sowie mögliche Rückstellungen für Gewährleistungsfälle in der Automotive Group.

Die Prognose für den Konzernumsatz im Jahr 2019 wurde – unter der Annahme von gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019 konstanten Wechselkursen – auf rund 44 Mrd € bis 45 Mrd € zurückgenommen und die bereinigte Konzern-EBIT-Marge auf eine Bandbreite von rund 7,0 % bis 7,5 % gesenkt. Die Erwartung für den Umsatz der Automotive Group wurde auf rund 26 Mrd € bis 26,5 Mrd € reduziert, die bereinigte EBIT-Marge auf eine Bandbreite von rund 4,2 % bis 4,8 %. Die Prognose für den Umsatz der Rubber Group wurde auf rund 18 Mrd € bis 18,5 Mrd € eingeengt, die bereinigte EBIT-Marge auf eine Bandbreite von rund 12,0 % bis 12,5 %. Die Investitionsquote vor Finanzinvestitionen einschließlich IFRS 16 wurde auf unter 8 % des Umsatzes angepasst. Der Free Cashflow vor Akquisitionen einschließlich IFRS 16 und vor Effekten aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain wurde nun in einer Bandbreite von rund 1,2 Mrd € bis 1,4 Mrd € erwartet. Alle anderen Elemente der vorherigen Prognose blieben unverändert.

Am 22. Oktober 2019 teilten wir mit, dass im dritten Quartal 2019 Wertminderungen in Höhe von rund 2,5 Mrd € berücksichtigt wurden. Diese Wertminderungen resultierten im Wesentlichen aus der Annahme, dass sich die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis 2024 nicht wesentlich erhöhen wird. Darüber hinaus ergaben sich in den ersten neun Monaten 2019 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 97 Mio €, die im Rahmen des am 25. September 2019 angekündigten Strukturprogramms „Transformation 2019–2029“ anfielen. Weitere Restrukturierungsrückstellungen im Zusammenhang mit diesem Programm wurden für das vierte Quartal 2019 erwartet. Auf die wichtigsten im Ausblick für 2019 verwendeten Finanzindikatoren hatten die Wertminderungen und Restrukturierungsrückstellungen keinen Einfluss. Nach bislang rund 200 Mio € erwarteten negativen Sondereffekten, unter Berücksichtigung von Aufwendungen aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain, rechneten wir jedoch nun mit negativen Sondereffekten von mindestens 2,8 Mrd € für das Geschäftsjahr 2019. Alle anderen Elemente der am 22. Juli 2019 geänderten Prognose wurden bestätigt.

Continental erreichte im Geschäftsjahr 2019 einen Konzernumsatz von 44,5 Mrd € und eine bereinigte Konzern-EBIT-Marge von 7,4 %. Die Automotive Group erzielte einen Umsatz von 26,5 Mrd € und eine bereinigte EBIT-Marge von 4,4 %. Die Rubber Group erwirtschaftete einen Umsatz von 18,0 Mrd € mit einer bereinigten EBIT-Marge von 12,4 %.

Das negative Finanzergebnis vor Effekten aus Währungsumrechnung sowie vor Effekten aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten und sonstigen Bewertungseffekten sank im Jahr 2019 auf 170,1 Mio € und lag damit unter unserer im Januar 2019 genannten Erwartung von rund 220 Mio €.

Die negativen Sondereffekte für das Geschäftsjahr 2019 beliefen sich inklusive der Restrukturierungsrückstellungen des vierten Quartals insgesamt auf 3,3 Mrd €.

Trotz des negativen Ergebnisses vor Ertragsteuern in Höhe von 588,6 Mio € fielen, aufgrund der größtenteils steuerlich nicht abzugsfähigen Wertminderungen des Goodwill sowie der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain, im Berichtsjahr Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 582,4 Mio € an.

Die Investitionsquote erhöhte sich 2019 auf 7,4 %. Die Erhöhung war vor allem bedingt durch die Berücksichtigung der Leasingverhältnisse aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16.

Der Free Cashflow vor Akquisitionen und vor Effekten aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain belief sich 2019 auf 1,3 Mrd €. Er lag damit innerhalb der reduzierten Bandbreite vom 22. Juli 2019.

Auftragslage
Die Auftragslage in der Automotive Group war im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr aufgrund der weltweit rückläufigen Pkw-Nachfrage spürbar schwächer. Der Auftragseingang der drei Automotive-Divisionen bewegte sich dementsprechend deutlich unterhalb des Rekordniveaus der beiden Vorjahre. Insgesamt akquirierten die Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior Aufträge, die sich über die Gesamtdauer der Belieferung auf rund 33 Mrd € summieren. Diese sogenannten Lifetime Sales basieren im Wesentlichen auf Annahmen zu den Produktionsvolumina der jeweiligen Fahrzeug- oder Motorenplattformen, den vereinbarten Kostenreduzierungen und der Preisentwicklung wichtiger Rohmaterialien. Der hierdurch ermittelte Auftragsbestand stellt eine Richtgröße für den auf mittlere Sicht erzielbaren Umsatz dar, der bei einer Änderung der genannten Einflussgrößen Abweichungen aufweisen kann. Sollten sich die Annahmen als zutreffend erweisen, stellen die Lifetime Sales eine gute Richtgröße für das in vier bis fünf Jahren erreichbare Umsatzvolumen der Automotive Group dar.

Aufgrund des hohen Anteils des Ersatzreifengeschäfts am Umsatz der Division Reifen ist eine Ermittlung eines aussagekräftigen Auftragsbestands nicht möglich. Ähnliches trifft auf die Division ContiTech zu. Ihre sieben Geschäftsbereiche sind in unterschiedlichen Märkten und Industriezweigen, die wiederum eigenen Einflussfaktoren unterliegen, tätig. Eine Konsolidierung der Auftragsbestände der verschiedenen Geschäftsbereiche der Division ContiTech hätte daher nur begrenzte Aussagekraft.

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2019

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2019

Prognosevergleich für das Geschäftsjahr 2019
1 Unter Annahme konstanter Wechselkurse im Jahresvergleich.
2 Berichteter Umsatz inkl. Wechselkurseinflüssen. Der positive Umsatzeffekt der Wechselkurseinflüsse belief sich für den Konzern 2019 auf 648 Mio €. Etwa zwei Drittel davon entfielen auf die Automotive Group, ein Drittel auf die Rubber Group.
3 Vor Akquisitionen und vor Effekten aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020
Für 2020 erwarten wir keine Belebung des wirtschaftlichen Umfelds. Wir gehen davon aus, dass die globale Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zum dritten Mal in Folge zurückgehen wird. Die erwartete Bandbreite des Rückgangs der globalen Automobilproduktion 2020 liegt voraussichtlich bei rund 2 % bis 5 % im Vergleich zum Vorjahr. Die globale Produktion von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen dürfte 2020 aus heutiger Sicht aufgrund der rückläufigen Auftragseingänge um 10 % bis 15 % gegenüber dem Vorjahr einbrechen. Diese Einschätzungen berücksichtigen die erwarteten Auswirkungen des Coronavirus auf das Produktionsvolumen im ersten Quartal 2020. Für dieses gehen wir derzeit von einem Produktionsrückgang von über 10 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. In China beträgt der Rückgang in diesem Zeitraum voraussichtlich mindestens 30 %. Darüber hinausgehende, möglicherweise fortgesetzte Beeinträchtigungen der Produktion und Lieferkette sowie der Nachfrage aufgrund der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus sind in unserem Marktausblick jedoch nicht enthalten. Diese sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschätzbar.

Auf Basis der genannten Produktionsannahmen rechnen wir derzeit für das Geschäftsjahr 2020 mit einem konsolidierungskreisbereinigten Umsatz unserer Automotive-Divisionen, bei konstanten Wechselkursen, von rund 25,5 Mrd € bis 26,5 Mrd € und einer bereinigten EBIT-Marge von rund 3 % bis 4 %. Die geplante Abspaltung von Vitesco Technologies im Verlauf des zweiten Halbjahres 2020 ist hierbei noch nicht berücksichtigt und würde – in Abhängigkeit des Zeitpunkts der Abspaltung – zu einem entsprechend geringeren Umsatzziel unserer Automotive-Divisionen und des Continental-Konzerns führen.

Für unsere Rubber-Divisionen rechnen wir für das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatz, bei konstanten Wechselkursen, von rund 17 Mrd € bis 18 Mrd € und mit einer bereinigten EBIT-Marge von rund 10 % bis 11 %. Basis hierfür sind, neben den genannten Produktionsannahmen für das Geschäft mit den Fahrzeugherstellern, insbesondere unsere Prognosen für die Entwicklung der Ersatzreifenmärkte. Wir erwarten für 2020 für die weltweite Nachfrage nach Ersatzreifen sowohl für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge als auch für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge einen Rückgang zwischen 0 % und 2 %. Zudem gehen wir von einem sich weiter abschwächenden Industriegeschäft aus, wovon unser Geschäftsfeld ContiTech betroffen sein wird. Darüber hinaus rechnen wir für unsere Rubber-Divisionen 2020 mit erhöhten Fixkosten und Abschreibungen. Diese Erhöhungen resultieren im Wesentlichen aus dem deutlichen Kapazitätsausbau der vergangenen Jahre in der Division Reifen. Die Nutzung der neuen Kapazitäten und die Generierung entsprechender Umsatzerlöse werden erst in den folgenden Jahren mit steigender Auslastung der neuen Werke zu Skaleneffekten führen. Wir erwarten weiterhin einen intensiven Wettbewerb, insbesondere im europäischen Markt, bei zugleich steigenden Lohnkosten. Die Rohstoffpreise dürften sich aus unserer Sicht im Geschäftsjahr 2020 in etwa auf dem Vorjahresniveau bewegen.

Für den Continental-Konzern erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 insgesamt einen Umsatz, bei konstanten Wechselkursen, in einer Bandbreite von rund 42,5 Mrd € bis 44,5 Mrd € und eine bereinigte EBIT-Marge von rund 5,5 % bis 6,5 %.

Für 2020 rechnen wir, unter Berücksichtigung von Aufwendungen u. a. für das Strukturprogramm „Transformation 2019–2029“, mit negativen Sondereffekten in Höhe von rund 600 Mio €.

Die Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen werden voraussichtlich wieder bei rund 200 Mio € liegen und hauptsächlich die Geschäftsfelder ContiTech und Vehicle Networking and Information (bis 31.12.2019 im Wesentlichen Division Interior) betreffen.

Das negative Finanzergebnis vor Effekten aus Währungsumrechnung sowie vor Effekten aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten und sonstigen Bewertungseffekten erwarten wir für 2020 bei rund 200 Mio €. Die Steuerquote sollte im Jahr 2020 bei rund 27 % liegen.

Die Investitionen vor Finanzinvestitionen sollten im Geschäftsjahr 2020 bei rund 7,5 % vom Umsatz liegen.

Wir planen, im Jahr 2020 einen Free Cashflow vor Akquisitionen und vor Effekten aus der rechtlichen Verselbstständigung der Division Powertrain von rund 0,7 Mrd € bis 1,1 Mrd € zu erreichen.