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Geschäftsbericht 2025

Neue Wege gehen.

Geschäftsbericht 2025

Nachhaltigkeitsbericht – Umweltinformationen

Ressourcennutzung und zirkuläres Wirtschaften (ESRS E5)

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Ressourcennutzung und zirkuläres Wirtschaften

Continental hat ihre tatsächlichen und potenziellen negativen und positiven Auswirkungen sowie abstrakte und konkrete Risiken und Chancen in Bezug auf Ressourcennutzung und zirkuläres Wirtschaften gemäß den regulatorischen Anforderungen bewertet, wie im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) beschrieben. Die allgemeinen Angaben umfassen einen Überblick über die Bewertung aller ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) einschließlich der betrachteten Zeithorizonte.

In dieser IRO-Bewertung (IRO-Assessment) wurden die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und zirkulärem Wirtschaften ermittelt. Sie wurden zum leichteren Verständnis und für eine bessere Lesbarkeit in folgende IRO-Cluster gruppiert:

  • Zirkularität
  • Abfälle im eigenen Geschäftsbereich

Die Beschreibungen der potenziellen negativen Auswirkungen und abstrakten Risiken erfolgen aus einer geschäftsinhärenten Perspektive. Sie benennen allgemeine Auswirkungspotenziale und Risikoexpositionen basierend auf strukturellen Aspekten wie der Geschäftstätigkeit, geografischen Aspekten, dem Geschäftsmodell oder Produktcharakteristika. Dabei ist die Mitigation durch den im jeweiligen IRO-Cluster beschriebenen Managementansatz von Continental nicht berücksichtigt. Tatsächliche negative Auswirkungen, konkrete Risiken, positive Auswirkungen sowie Chancen werden aus der unternehmensspezifischen Perspektive beschrieben und berücksichtigen die Ergebnisse der Managementansätze. Eine ausführliche Definition der IRO-Typen ist im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) in den Abschnitten Wesentlichkeit der Auswirkungen (Impact Materiality) und Finanzielle Wesentlichkeit (Financial Materiality) zu finden.

Die Beschreibungen der IROs sind jeweils für sich abgeschlossen zu betrachten, wodurch es zu Wiederholungen kommen kann.

Auf den folgenden Seiten werden die IROs der jeweiligen IRO-Cluster detailliert beschrieben. Zudem wird der für das jeweilige IRO-Cluster entwickelte Managementansatz dargestellt, der die beschriebenen Auswirkungen, Risiken und Chancen steuert. Zugleich werden dazugehörige Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen erläutert (sofern vorhanden).

Zirkularität

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster Zirkularität

ID

Kurzbeschreibung

Art des IROs

Primärer
Zeithorizont

Erläuterung

29

Beschaffung aus primären und nicht erneuerbaren Quellen

Potenzielle und tatsächliche negative
Auswirkung

Kurzfristig

Continental bezieht eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien und Vorprodukte. Darunter befinden sich industrie- und produktinhärent auch verschiedene Rohstoffe aus primären oder nicht erneuerbaren Quellen (einschließlich fossilbasierter Materialien), beispielsweise synthetischer Kautschuk, Ruß, Textilien, Stahl oder Additive, wodurch sich potenzielle negative Auswirkungen auf die Verfügbarkeit dieser endlichen Ressourcen ergeben können. Auch unter Berücksichtigung des Managementansatzes ergeben sich wesentliche tatsächliche Auswirkungen in Bezug auf den Ressourcenverbrauch.

30

Beitrag zum Abfall durch Behandlung von Produkten am Lebensende

Potenzielle und tatsächliche negative
Auswirkung

Kurzfristig

Continental produziert ein Portfolio an Produkten, die nach ihrer Nutzung entsorgt oder verwertet werden. Trotz teils schon bestehender Recyclingsysteme weltweit wird derzeit industrie- und prozessinhärent noch ein wesentlicher Teil entsorgt oder in Form von energetischer Nutzung oder Downcycling verwertet, wodurch sich potenzielle negative Auswirkungen auf die Umwelt ergeben können. Auch unter Berücksichtigung des Managementansatzes ergeben sich wesentliche tatsächliche Auswirkungen in Verbindung mit dem Ende der Produktnutzung.

31

Höhere Kosten für Materialien/Dienstleistungen im Zusammenhang mit Ressourcen

Abstraktes
Risiko

Mittelfristig

Continental bezieht eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien und Vorprodukte aus globalen Lieferketten. Daraus ergibt sich eine industrieinhärente Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus wesentlichen Veränderungen von Regulatorik und Marktanforderungen in Bezug auf erneuerbare und recycelte Materialien ergeben können. Im Fall, dass sich Markt- und Regulatorikanforderungen schneller entwickeln, als sich die Lieferkette anpassen kann, könnte dies marktbedingt zu Kostensteigerungen für Materialien und Vorprodukte führen.

32

Umsatzeinbußen im Zusammenhang mit unserem Portfolio und Zirkularität

Abstraktes
Risiko

Langfristig

Continental produziert ein Portfolio an Produkten, deren Produktdesign und Behandlung am Produktnutzungsende unter zunehmende regulatorische und marktseitige Anforderungen in Bezug auf Zirkularität fallen oder fallen könnten. Daraus ergibt sich eine portfolio- und marktinhärente Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus wesentlichen Veränderungen von Regulatorik und Marktanforderungen ergeben können. Im Fall, dass sich diese schneller verschärfen, als Anpassungsmaßnahmen für das Portfolio und damit verbundene Geschäftsmodelle greifen können, könnte dies zu Umsatzeinbußen führen.

33

Wachstum im Zusammenhang mit zirkulären Produkten

Chance

Langfristig

Continental produziert ein Portfolio an Produkten, deren Produktdesign und Behandlung am Produktnutzungsende unter zunehmende regulatorische und marktseitige Anforderungen in Bezug auf Zirkularität fallen oder fallen könnten. Dadurch können sich grundsätzlich Potenziale für zusätzliches Umsatzwachstum und neues Geschäft sowie eine Differenzierung im Wettbewerb ergeben. Auf Basis der Portfolioausrichtung und der bestehenden Managementansätze geht Continental davon aus, diese Chancen nutzen zu können.

 

Managementansatz für Zirkularität

Continental ist davon überzeugt, dass Mobilität und die Weltwirtschaft sauberer werden und sich hin zu zirkulärem Wirtschaften wandeln müssen, um Ökosysteme zu schützen und ihre Resilienz und Regeneration zu unterstützen. Wir bekennen uns in unserer Nachhaltigkeitsambition dazu, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, indem wir die Ressourceneffizienz verbessern, vorbeugende Maßnahmen ergreifen, die Umweltverschmutzung in unserem eigenen Geschäftsbereich reduzieren und gleichzeitig diese Praktiken auch entlang unserer Wertschöpfungskette fördern.

Neben der Erfüllung dieser Ambition zielt der Managementansatz auch darauf ab, die damit verbundenen Risiken im Bereich der Zirkularität unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungen und Transformationsgeschwindigkeiten unserer Kunden, Branchen und Märkte zu mindern. Außerdem sollen durch ihn negative Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit Ressourcenzuflüssen und -abflüssen vermieden werden.

Der Managementansatz umfasst dabei die vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette sowie den eigenen Geschäftsbereich von Continental und beinhaltet auch die Umstellung des Einsatzes von primären auf sekundäre Ressourcen und Materialien.

Die Beschaffung von erneuerbaren und recycelten (sekundären) Materialien ist dabei ein Schlüsselelement. Dabei bezieht sich Continental auf die nachfolgenden Definitionen in Anlehnung an das Tire Industry Project:

  • Erneuerbares Material: biobasiertes Material, das durch natürliche Wachstums- oder Regenerationsprozesse in einem mit den Nutzungszyklen übereinstimmenden Tempo wieder auf seinen vorherigen Bestand zurückkehrt. Daher wird es in einem Tempo wieder nachwachsen bzw. regeneriert, das dem Tempo der Ernte bzw. der Gewinnung entspricht oder dieses übersteigt.
  • Recyceltes Material: Material, das aus einem wiedergewonnenen oder zurückgewonnenen Abfallmaterial mittels eines Herstellungsprozesses wiederaufbereitet und zu einem Endprodukt oder einer Komponente bzw. einem Material für den Einbau in ein Produkt verarbeitet wurde.

Der Managementansatz gilt für den gesamten Konzern sowie das Produktportfolio und deckt Ressourcenzuflüsse wie -abflüsse ab.

Die Steuerung und Anpassung des jeweiligen Produktportfolios wird von den jeweiligen Geschäftsfunktionen verantwortet. Die Überwachung der Wirksamkeit des Portfoliomanagements erfolgt durch die Gremien der Unternehmensbereiche und den Vorstand von Continental. Schlüsselprozesse werden von den jeweiligen Abteilungen innerhalb des Unternehmens übernommen, z. B. Forschung und Entwicklung (F&E), Produktdesign, Lieferkettenmanagement und Einkauf. Diese werden dabei von den Nachhaltigkeitsabteilungen unterstützt.

Der Managementansatz beinhaltet spezielle Prozesse in Bezug auf Ressourcenzuflüsse und -abflüsse unter Berücksichtigung der technologischen, biologischen und Produktkreisläufe. Für Ressourcenzuflüsse und -abflüsse werden die damit zusammenhängenden Schlüsselmaßnahmen in Bezug auf erworbene Ressourcen hauptsächlich innerhalb der Prozesse in Einkauf, Produktdesign, F&E sowie den Nachhaltigkeitsabteilungen gesteuert.

Im Rahmen des von F&E geleiteten Verfahrens zur Materialzulassung werden u. a. recycelte und erneuerbare Materialien ermittelt, die in den Produktionsprozessen eingeführt werden sollen. Der Prozess der Materialzulassung besteht in der Regel aus einer Laborbewertung, gefolgt von Tests und einer Bewertung der Verarbeitung, bevor ein Material freigegeben wird.
Bei der Beschaffung von erneuerbaren und recycelten Materialien holen die Einkaufsabteilungen Informationen zum Anteil erneuerbarer und recycelter Materialien ein. Sofern möglich, fordern wir höhere Quoten von erneuerbaren und recycelten Materialien bei den Lieferanten ein. Außerdem werden bei der Beschaffung von Materialien Mechanismen zur Rückverfolgbarkeit wie der Massenbilanzansatz angewandt. Weitere Informationen dazu finden sich in der Beschreibung des Ziels in Bezug auf Zirkularität sowie im Abschnitt Kernmaßnahmen zur Erreichung des Ziels.

Darüber hinaus tauscht sich Continental in strategischen Gesprächen mit ausgewählten Lieferanten aus, um die Aktivitäten zur Zirkularität zu intensivieren, beispielsweise durch entsprechende Anpassungen im Produktdesign und in der Materialzusammensetzung.

Mit ContiLifeCycle, als System zur Wiederverwendung bzw. Verlängerung der Lebensdauer von Reifen, nutzen wir recycelte Materialien in unseren Produkten. Dabei sorgen die Heiß- und Kaltrunderneuerung von Lkw-Reifen sowie die daran angeknüpfte Reclaim-Produktion von recyceltem Gummi dafür, das Abfallaufkommen deutlich zu reduzieren und natürliche Ressourcen zu schonen. In dem Prozess der Runderneuerung von Lkw-Reifen erhalten noch intakte Karkassen neue Laufflächen, sodass eine erneute Nutzung des Reifens möglich wird. Das verringert die Anzahl der im Umlauf befindlichen Altreifen und trägt dazu bei, Energie und Rohstoffe zu sparen und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Continental strebt grundsätzlich danach, dass eine Deponierung von Altreifen möglichst vollständig vermieden wird.

Für die Ressourcenabflüsse umfasst der Managementansatz Maßnahmen in Bezug auf die Zirkularität der Produkte, die hauptsächlich im Rahmen des Produktdesigns sowie der F&E-Prozesse mit Schwerpunkt auf verbesserter Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit, Haltbarkeit und allgemeiner Zirkularität gehandhabt werden. Dazu gehören sowohl eigene Aktivitäten als auch Industriekooperationen und Partnerschaften. Weltweit gibt es – je nach rechtlichen Rahmenbedingungen – unterschiedliche Prozesse zur Rücknahme von Altreifen, die eine bessere Nutzung von Altreifen für Kreislaufprozesse ermöglichen. Weitere Informationen dazu finden sich im Abschnitt Kernmaßnahmen zur Erreichung des Ziels in Bezug auf Zirkularität.

Im Unternehmensbereich ContiTech ermöglicht eine neu entwickelte Pilotanlage im Werk Hannover-Vahrenwald mit exklusiven Patenten

die Herstellung von aufgereinigtem Pyrolyseöl durch thermische Oxidation und schafft damit die Grundlage für das Recycling komplexer Gummimischungen im industriellen Maßstab.

Die Nachhaltigkeitsambition von Continental setzt den übergeordneten Rahmen für die Definition und die Umsetzung von Maßnahmen.

Für die Rückverfolgbarkeit dedizierter Materialien wendet Continental den Massenbilanzansatz an. Dabei handelt es sich um ein Verfahren der produktionsbegleitenden Kontrolle, bei dem zertifizierte und nicht zertifizierte Materialien entlang der gesamten Wertschöpfungskette physisch vermischt, jedoch durch eine nachvollziehbare und überprüfbare Buchführung mengenmäßig getrennt erfasst werden. Nach international anerkannten Prinzipien können so nachwachsende und wiederverwertete Rohstoffe in bestehende Produktionsprozesse integriert werden. Durch die Verwendung des Massenbilanzansatzes kann Continental die genaue Menge der verwendeten nachwachsenden und wiederverwerteten Materialien dokumentieren und nachverfolgen und überprüfen, dass die Mengenverhältnisse übereinstimmen. Mithilfe des Massenbilanzansatzes kann Continental die Komplexität reduzieren und den Einsatz des Rohstoffportfolios an vielen Produktionsstandorten in unterschiedlichen Märkten effizient steuern, während nachhaltige Materialien standortspezifisch erfasst und zugewiesen werden. Darüber hinaus kann Continental so die Einführung nachhaltigerer Materialien beschleunigen sowie ihren Anteil in den Reifen kontinuierlich erhöhen und Zulieferern die Einführung neuer Technologien erleichtern. Continental lässt sich diesen Prozess durch ISCC PLUS, ein international anerkanntes Zertifizierungsschema, zertifizieren und weitet die Nutzung dieses Regelwerks an ihren Produktionsstandorten konsequent aus.

Der Managementansatz und die damit verbundenen Maßnahmen berücksichtigen insbesondere die Anforderungen von Kunden und Anfragen von Investoren. Für Ressourcenzuflüsse sind v. a. direkte Lieferanten als Teil der vorgelagerten Wertschöpfungskette direkt beteiligt. Bei den Ressourcenabflüssen werden auch die Perspektiven der für die Entsorgung am Produktlebensende relevanten Stakeholder berücksichtigt, z. B. in Industrieinitiativen.

Continental kommuniziert ihren Ansatz zum Management von Zirkularität extern durch die Veröffentlichung des Geschäftsberichts sowie durch Messen, Pressemitteilungen, Dialoge mit Investoren und intern über verschiedene Kanäle wie Konferenzen zu Nachhaltigkeit und Produkten, Arbeitsgruppen sowie das unternehmensweite Intranet. Zudem werden für spezielle Produkte, wie den Pkw-Reifen UltraContact NXT und den Stadtbusreifen Conti Urban HA 5 NXT, die derzeit in unserem Portfolio den höchsten Anteil an erneuerbaren und recycelten Materialien kombinieren, die prozentualen Anteile explizit ausgewiesen und transparent an den Markt kommuniziert. 

Ziele in Bezug auf Zirkularität

Continental hat ein öffentliches Nachhaltigkeitsziel in Bezug auf Zirkularität für den Unternehmensbereich Tires im Hinblick auf erneuerbare und recycelte Materialien festgelegt. Continental hat sich selbst das Ziel gesetzt, den Anteil der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen bis 2030 auf mindestens 40 % zu erhöhen.

Das Ziel steht im Zusammenhang mit den Managementansätzen von Continental zur Zirkularität in diesem Kapitel sowie zu Scope‑3-Emissionen, Resilienz und Transformation der Wertschöpfungsketteim Kapitel Klimawandel (ESRS E1) dieses Nachhaltigkeitsberichts. Die Prozesse des Managementansatzes zur Zirkularität in Bezug auf Ressourcenzuflüsse sind entscheidend für beide Themenfelder, da ein höherer Anteil an erneuerbaren und recycelten Materialien zu einem geringeren CO2-Fußabdruck von Materialien führt und gleichzeitig ein wesentlicher Baustein für geschlossene Ressourcenkreisläufe ist.

Continental hat wichtige Hebel in Bezug auf Ressourcenzuflüsse identifiziert, um den Anteil an eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen zu erhöhen. Diese umfassen Maßnahmen zur Auswahl von erneuerbaren und recycelten Materialien, die in der Regel von F&E verwaltet werden, sowie die Identifizierung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Lieferanten, um relevante Mengen an erneuerbaren und recycelten Materialien in den Einkaufsprozessen zu sichern. Diese sind in spezifischen Material-Roadmaps dargelegt und werden regelmäßig aktualisiert. Entsprechende Herkunftsnachweise oder andere Instrumente zur Herkunfts- und Rückverfolgbarkeit tragen zur Erreichung des Ziels bei, indem sie Transparenz in den Lieferketten schaffen können.

Die Abkehr von nicht erneuerbaren Ressourcen wird dadurch erreicht, dass nicht erneuerbare Materialien durch Alternativen aus erneuerbaren Quellen ersetzt werden. Darüber hinaus trägt der Ersatz von primären Materialien durch Materialien aus sekundären Quellen, z. B. aus Recyclingprozessen, zur Erreichung des Ziels bei. Voraussetzung für die Auswahl erneuerbarer und recycelter Materialien ist die technische Fähigkeit, diese ohne Beeinträchtigung von Sicherheit und Leistungsfähigkeit in unsere Reifen zu integrieren. Dies wird durch den allgemeinen Prozess der Materialzulassung, wie weiter oben unter Prozesse im Rahmen des Managementansatzes für Zirkularität beschrieben, sichergestellt.

Auf der Grundlage der identifizierten und als erneuerbarer oder recycelter Ressourcenzufluss freigegebenen Materialien findet ein gemeinsamer Strategieentwicklungsprozess zwischen Einkauf, F&E und Nachhaltigkeit statt. Für Materialien, bei denen festgestellt wurde, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des Ziels leisten können, werden von den Einkaufsabteilungen spezielle Material-Roadmaps entwickelt und gepflegt. Diese Roadmaps bewerten die grundsätzliche Verfügbarkeit der jeweiligen Materialien für die benötigten Mengen und ermöglichen eine schlüssige Analyse ihrer Verfügbarkeit auf dem Markt zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten. Der Einkauf ausreichender Mengen dieser Materialien wird durch eine ausgewogene Beschaffungsstrategie gesteuert, die sowohl langfristige vertragliche Vereinbarungen als auch kurzfristige Beschaffungsaktivitäten für Flexibilität auf dynamischen Märkten umfasst.

Die Transparenz und der Nachweis über die Verwendung erneuerbarer und recycelter Materialien ist ein wichtiger Hebel, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Wie bei vielen unserer hochkomplexen chemischen Wertschöpfungsketten lassen sich die Materialflüsse auf der Einzelebene kaum physisch nachvollziehen. Continental wendet daher auch bei Materialeinkäufen den Massenbilanzansatz, wie weiter oben im Rahmen des Managementansatzes für Zirkularität beschrieben, an. Die Einkaufsabteilungen sowie die Nachhaltigkeitsabteilung des Unternehmensbereichs Tires verwalten in erster Linie die damit verbundenen Aktivitäten.

Der Geltungsbereich dieses Nachhaltigkeitsziels bezieht sich auf alle eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen im eigenen Geschäftsbereich des Unternehmensbereichs Tires. Die Runderneuerung von Reifen sowie Nicht-Produktionsmaterialien werden bei der Erreichung dieses Ziels nicht berücksichtigt.

Dieses Intensitätsziel wird anhand der Kennzahl „Anteil der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen“ in Prozent gemessen und durch das Sustainability Steering Committee überwacht. Das Basisjahr ist 2024, und somit entspricht der Basiswert dem Vorjahresergebnis der Kennzahl.

Es sind keine Zwischenziele festgelegt.

Das allgemein anerkannte Gesamtkonzept der Zirkularität umfasst nach wissenschaftlichen Studien insbesondere das Recycling und die Nutzung erneuerbarer Ressourcen. Die Zielsetzung von Continental folgt diesem allgemeinen Ansatz, berücksichtigt aber keine spezifische Methodik für eine wissenschaftsbasierte Zielsetzung.

Um die Genauigkeit der als erneuerbar oder recycelt verbuchten Materialzuflüsse zu verbessern, haben sich in den vergangenen Jahren in komplexen Wertschöpfungsketten Massenbilanzansätze, wie beschrieben, als praktikable Option durchgesetzt.

Die Methodik zur Berechnung der Kennzahl wird in den entsprechenden Erläuterungen zur Kennzahl beschrieben. Der Zielwert von mindestens 40 % wurde auf der Grundlage interner Machbarkeitsstudien sowie von Marktextrapolationen im Hinblick auf die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren und recycelten Materialien festgelegt. Da der Anteil an Naturkautschuk, welcher einen wesentlichen Beitrag zur Kennzahl leistet, durch seine spezifischen Eigenschaften stark vom Portfoliomix an Reifen abhängt, wurden zudem Portfolioaspekte bei der Zielsetzung beachtet.

Das Ziel berücksichtigt die Interessen verschiedener Stakeholder, wie z. B. Kunden, durch direkte und indirekte Konsultationen.

Das Ziel wird seit dem Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2024 berichtet und hat sich seitdem nicht verändert.

Die Ziele von Continental konzentrieren sich auf die Ressourcenzuflüsse, insbesondere hinsichtlich der Erhöhung des Anteils an erneuerbaren und sekundären Materialien sowie der Reduzierung des Einsatzes von primären Materialien. Dabei folgen wir dem Kaskadenprinzip, um Rohstoffe oder daraus hergestellte Produkte so lange, so häufig und so effizient wie möglich stofflich zu nutzen.

Das Ziel unterstützt im Besonderen die Recycling-Ebene der Abfallhierarchie sowie auch die Ebene Vermeidung.

Das Ziel wurde freiwillig gesetzt, um den Übergang zu geschlossenen Ressourcen- und Produktkreisläufen zu unterstützen.

Nachhaltigkeitsbericht

Kennzahlen zur Erreichung des Ziels in Bezug auf Zirkularität

Durch die Umsetzung der beschriebenen Kernmaßnahmen konnte der Anteil der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen um mehr als 2 Prozentpunkte gesteigert werden. Entsprechend stieg auch das Gesamtgewicht der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen. Hierzu trugen beispielsweise der Einkauf von nach ISCC PLUS zertifiziertem synthetischen Kautschuk und Harzen, erweiterte Lieferantenauskünfte sowie die Identifikation weiterer Materialien bei, während – bedingt durch Veränderungen in der Zusammensetzung des Produktportfolios – ein gegenläufiger Effekt in Bezug auf Naturkautschuk zu verzeichnen war.

Der Fortschritt der entsprechenden Kernmaßnahmen zur Zielerreichung im Berichtsjahr wird insbesondere anhand des Fortschritts der Ziel-KPIs gemessen. Dieser Fortschritt lag 2025 im Bereich der Erwartungen, um das Ziel bis 2030 zu erreichen.

Erneuerbare und recycelte Produktionsmaterialien für Reifen

2025

2024

Gesamtgewicht der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen, in Mio t

0,6

0,5

Anteil der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen, in %

28,1

26,0

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Gesamtgewicht der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen

  • Bezeichnung des Indikators im Vorjahr lautete: „Gesamtgewicht des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien (nur Rohstoffe des Unternehmensbereichs Tires)“. Angleichung der Benennung an die Zielformulierung.
  • Die Kennzahl umfasst ausschließlich den Unternehmensbereich Tires und bezieht sich auf das öffentliche Nachhaltigkeitsziel von Continental zu Zirkularität.
  • Das Gesamtgewicht der recycelten und erneuerbaren Materialien zur Herstellung von Produkten entspricht den eingekauften Materialmengen des Unternehmensbereichs Tires.
  • Diese Kennzahl ist unternehmensspezifisch.

Anteil der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen

  • Bezeichnung des Indikators im Vorjahr lautete: „Anteil des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien (nur Rohstoffe des Unternehmensbereichs Tires)“. Angleichung der Benennung an die Zielformulierung.
  • Das Gesamtgewicht der recycelten und erneuerbaren Materialien zur Herstellung von Produkten entspricht den eingekauften Materialmengen.
  • Das absolute Gewicht erneuerbarer und recycelter Produktionsmaterialien im Unternehmensbereich Tires wird durch das Gesamtgewicht der verwendeten Produktionsmaterialien im Unternehmensbereich Tires dividiert.
  • Diese Kennzahl ist unternehmensspezifisch.

Kernmaßnahmen zur Erreichung des Ziels in Bezug auf Zirkularität

Continental hat konkrete Maßnahmen eingeleitet, um das Ziel zu erreichen, bis 2030 einen Anteil von mindestens 40 % an erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen zu erreichen. Diese Maßnahmen beziehen sich vor allem auf diese Kernhebel:

  • Materialidentifikation
  • Strategien zur ausreichenden Versorgung
  • Rückverfolgbarkeit u. a. über den Massenbilanzansatz

Insgesamt sind die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ziel eng mit dem allgemeinen Managementansatz der Zirkularität verbunden. Um flexibel auf die sich ändernde Marktsituation und die sich ändernden Bedürfnisse reagieren zu können, werden die Maßnahmen Schritt für Schritt weiterentwickelt.

Die Identifikation von erneuerbaren und recycelten Materialien ist ein entscheidender Faktor für die Erreichung des Ziels. Daher überprüft die Forschung und Entwicklung (F&E) ständig alternative Materialien, um nicht erneuerbare durch erneuerbare und primäre durch sekundäre Quellen zu ersetzen. Es werden innovative Ansätze verfolgt, wie die Verwendung von pflanzlichen Materialien anstelle von Füllstoffen, Ölen und Harzen auf fossiler Basis. Die Aktivitäten zur Erhöhung des Anteils an erneuerbaren oder recycelten Materialien sind in die operativen Prozesse von F&E eingebettet. Somit gibt es ein Gesamtverfahren für die Materialidentifizierung einschließlich der Materialzulassung, das für erneuerbare und recycelte bzw. nicht erneuerbare und nicht recycelte Materialien identisch ist.

Da die Verfügbarkeit bestimmter Materialien von entscheidender Bedeutung ist, gibt es eine Reihe von erneuerbaren und recycelten Materialien, die zur Erreichung des Ziels geeignet sind. Diese Materialien werden von internen Expertinnen und Experten aus den Bereichen F&E, Nachhaltigkeit und Einkauf ermittelt. Dies dient als Grundlage für die Entwicklung entsprechender Material-Roadmaps und Einkaufsstrategien, die kontinuierlich überprüft und aktualisiert werden. Rohstoffe und Materialien, die dazu beitragen, den Anteil an erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien in den ersten Schritten zu erhöhen, sind insbesondere wiedergewonnene Rohstoffe aus Prozessen wie Pyrolyse mit recyceltem Ruß oder Öl und Gas, sowie recyceltes Material wie Polyester oder Gummi.

Mit der ContiRe.Tex-Lösung haben wir zusammen mit dem Unternehmen Otiz ein Verfahren für Hochleistungsgarn entwickelt, das es ermöglicht, herkömmliches Polyester durch Polyester aus recycelten PET-Flaschen zu ersetzen. Erste Produkte mit recycelten PET-Flaschen sind bereits auf dem Markt. Eine weltweite Einführung dieses Materials ist in allen Continental-Reifenwerken geplant und in mehreren Werken bereits umgesetzt.

Continental arbeitet zudem mit nach ISCC PLUS zertifizierten Lieferanten für zirkuläre Harze, die auf erneuerbaren Rohstoffen wie Pflanzenöl oder gebrauchtem Speiseöl basieren. Continental nutzt als erster Reifenhersteller das Kautschukadditiv TMQ aus biozirkulärem Aceton, dessen Rohstoff aus Abfällen biologischen Ursprungs, wie beispielsweise recyceltem Speiseöl, stammt.

Die Verfügbarkeit recycelter Materialien setzt voraus, dass Produkte an ihrem Produktlebensende in Wertstoffkreisläufe zurückgeführt werden. Dafür sammelt Continental über die weltweiten Handelsorganisationen bzw. in der REG Reifen-Entsorgungsgesellschaft (für den DACH-Raum) Altreifen, um die Ressourcen wieder nutzbar zu machen. Mit der REG, als zertifiziertem Entsorgungsfachbetrieb, agiert Continental bereits seit 1992 als Verwerter von Altreifen und hat dadurch entsprechende Kompetenzen im Unternehmen aufgebaut. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es weltweit verschiedene Rahmenbedingungen zur Rücknahme gibt, wie die erweiterte Herstellerverantwortung, das System des freien Marktes und durch Steuern und Abgaben regulierte Systeme. Ein weiteres Element, um Altreifen zu verwerten, sind Partnerschaften wie mit Pyrum Innovations.

Durch die strategische Partnerschaft mit Pyrum Innovations arbeiten wir mittels Pyrolyse an der Umsetzung eines zirkulären Konzepts für das Recycling von Altreifen und damit an der Gewinnung von recycelten Materialien, die wir in unsere Produktionsprozesse zurückführen können.

Auf der Grundlage der ermittelten Materialien, die zur Erreichung des Ziels von mindestens 40 % erneuerbaren und recycelten Materialien für die Reifenproduktion beitragen, werden die Material-Roadmaps erstellt. Die Erstellung und Überprüfung dieser Roadmaps legt den Gesamtrahmen der Maßnahmen zur langfristigen Beschaffung der jeweiligen Materialien mit Umsetzungsszenarien fest. Zudem werden auf dieser Grundlage konkrete kurzfristige Maßnahmen als flexible Elemente wie materialspezifische Beschaffungsaktivitäten entwickelt, um auf sich verändernde Marktsituationen zu reagieren. Diese Pläne werden mit dem für den Unternehmensbereich Tires verantwortlichen Vorstandsmitglied abgestimmt, regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Während die Integration ausgewählter Materialien nur geringe Anpassungen in den Produktionsprozessen erfordert, ist die Verfügbarkeit im Hinblick auf große Mengen zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten ein entscheidender Faktor. In jedem Fall sorgt Continental für das gleiche Niveau an Sicherheit und Leistung bei allen verkauften Reifen. Soweit möglich, ist Continental bestrebt, große Mengen an relevanten Materialien langfristig zu sichern.

Für den Unternehmensbereich Tires ist Naturkautschuk ein elementarer Rohstoff, der auch zum Anteil der erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien beiträgt. Mit ihren Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette und den entsprechenden Einkaufsstrategien wird Continental daher die Beschaffung von Naturkautschuk fortsetzen und ausreichende Mengen für die nächsten Jahre sichern.

Es ist wichtig für Continental, Transparenz zu schaffen und verlässliche Informationen über erneuerbare und recycelte Materialien über die verschiedenen Stufen ihrer komplexen Wertschöpfungsketten zu erhalten. Deshalb nutzt das Unternehmen die in der chemischen Industrie als Standard etablierten Massenbilanzansätze, wie im Abschnitt Managementansatz für Zirkularität erläutert. Continental versteht Massenbilanzansätze als ein notwendiges Instrument zur Transformation weg von fossilen Ressourcen unserer Materialwertschöpfungsketten. Im Jahr 2025 hat Continental die ISCC-PLUS-Zertifizierung für alle europäischen Reifenwerke sowie für die Werke in Hefei, China, und Mount Vernon, USA, erhalten. Die Zertifizierung der eigenen Werke dient nicht direkt der Zielerreichung in Bezug auf den Ressourcenzufluss, ermöglicht aber das Ausweisen von massebilanzierten Materialien im Endprodukt.

Die Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils an erneuerbarem und recyceltem Material in der Reifenproduktion sind in die betrieblichen Aktivitäten eingebettet, insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Einkauf. Die Maßnahmen umfassen kurz- und mittelfristige Schritte. Für die Ressourcenabflüsse werden die Prozesse vor allem in der Nachhaltigkeitsabteilung des Unternehmensbereichs Tires sowie in den landesspezifischen Handelsorganisationen gesteuert.

Investitionen und Betriebsausgaben für Kernmaßnahmen zur Erreichung des Ziels in Bezug auf Zirkularität

Die Betriebsausgaben (OpEx) stiegen im Berichtsjahr insbesondere durch weitere Materialien, die als erneuerbar oder recycelt eingestuft wurden. Die ausgewiesenen geplanten Betriebsausgaben wurden entsprechend angepasst. Die Investitionen (CapEx) waren in Bezug auf die Kernmaßnahmen nach derzeitigem Stand vernachlässigbar.

OpEx und CapEx der Kernmaßnahmen zur Erreichung des Ziels in Bezug auf Zirkularität, in Mio €

2025

2024

Geplant
2026 ‑ 2030

OpEx

1.206

1.009

7.596

CapEx

0

0

0

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
OpEx und geplanter OpEx der Kernmaßnahmen zur Zielerreichung

  • Enthält OpEx für Kernmaßnahmen zur Erreichung der Ziele in Bezug auf Zirkularität. Es werden Materialkosten für erneuerbare und recycelte Materialien im Unternehmensbereich Tires berücksichtigt.
  • Die Datenerhebung erfolgt auf Ebene der Materialien. Die Berechnung basiert auf einer Durchschnittsdaten-Methode auf Basis der eingekauften Materialmengen des Unternehmensbereichs Tires.
  • Der angewandte Zeithorizont steht im Einklang mit der verabschiedeten Langfristplanung.

CapEx und geplanter CapEx der Kernmaßnahmen zur Zielerreichung

  • Enthält CapEx für Kernmaßnahmen zur Erreichung der Ziele in Bezug auf Zirkularität. Es werden Projektkosten und immaterielle Vermögenswerte für den Technologieumbau zur Produktion unter Verwendung von erneuerbaren und recycelten Materialien im Unternehmensbereich Tires berücksichtigt.
  • Die Datenerhebung erfolgt auf Ebene der Projekte.
  • Der angewandte Zeithorizont steht im Einklang mit der verabschiedeten Langfristplanung.

Weitere Angaben mit Bezug auf Zirkularität

Ressourcenzuflüsse

Das Gesamtgewicht der verwendeten Produkte und Materialien sank im Berichtsjahr durch den strukturellen Effekt der Abspaltung der ehemaligen Unternehmensbereiche Automotive und Contract Manufacturing deutlich. Dies führte dazu, dass durch den höheren Anteil von erneuerbaren oder recycelten Materialien in den Unternehmensbereichen Tires und ContiTech der relative Anteil dieser Materialien am Gesamtgewicht stieg. Bei den sekundär wiederverwendeten oder recycelten Materialien führte der strukturelle Effekt zu einem leichten absoluten Rückgang. Neben diesem strukturellen Effekt stiegen die absoluten Werte und der Anteil des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien sowohl für den Unternehmensbereich Tires, wie im Abschnitt zu den Kernmaßnahmen beschrieben, als auch im Unternehmensbereich ContiTech und glichen den strukturellen Effekt aus.

Die Ressourcenzuflüsse sind im Managementansatz Zirkularität in diesem Kapitel sowie im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) im Abschnitt Beschreibung des Geschäftsmodells und der Wertschöpfungskette beschrieben.

Kennzahlen für Ressourcenzuflüsse

2025

2024

Gesamtgewicht der verwendeten Produkte (einschließlich Verpackung) und Materialien, in Mio t

3,0

3,7

Anteil an nachhaltig beschafften biologischen Materialien und Biokraftstoffen für nicht-energetische Zwecke (einschließlich Verpackungen), in %

9,5

8,2

Gesamtgewicht der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Zwischenprodukte und Materialien (einschließlich Verpackungen), die zur Herstellung von Produkten und Dienstleistungen verwendet werden, in Mio t

0,2

0,2

Anteil der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Zwischenprodukte und Materialien (einschließlich Verpackungen), die zur Herstellung von Produkten und Dienstleistungen verwendet werden, in %

5,8

5,3

Gesamtgewicht des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien, in Mio t

0,6

0,6

Anteil des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien, in %

21,7

18,4

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Gesamtgewicht der verwendeten Produkte (einschließlich Verpackung) und Materialien

  • Umfasst technische und biologische Materialien. Dienstleistungen, Sachanlagen und Handelswaren sind ausgeschlossen.
  • Wenn keine Gewichtsangaben zur Verfügung stehen, werden diese anhand der Kosten der Materialien und Waren, wie etwa bei Verpackungsmaterialien, mit Umrechnungsfaktoren berechnet.

Anteil an nachhaltig beschafften biologischen Materialien (und Biokraftstoffen für nicht-energetische Zwecke, einschließlich Verpackungen)

  • Biologische Materialien gelten als erneuerbare Materialien gemäß allgemein anerkannten Standards.
  • Nachhaltig beschafft bezieht sich auf den Zufluss von Ressourcen, der durch externe Standards und Zertifizierungen oder vergleichbare andere Systeme verifiziert wurde (beispielsweise PCAF, FSC, HPE, ISCC PLUS oder materialspezifische Lieferantenselbstauskünfte). Darunter fällt insbesondere unsere Beschaffung von Naturkautschuk über definierte Prozesse ausgerichtet an spezifischen Nachhaltigkeitskriterien wie u. a. der Global Platform for Sustainable Natural Rubber GPSNR und unserer Richtlinie zur Nachhaltigen Beschaffung von Naturkautschuk.

Gesamtgewicht der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Zwischenprodukte und Materialien (einschließlich Verpackungen), die zur Herstellung von Produkten und Dienstleistungen verwendet werden

  • Das Gesamtgewicht der Materialien zur Herstellung von Produkten entspricht den eingekauften Materialmengen.
  • Verpackungen aus der vorgelagerten Lieferkette sind exkludiert.
  • Der Anteil sekundärer Materialien basiert sowohl auf Informationen von Lieferanten als auch teils Expertenschätzungen für bestimmte Materialien. Aufgrund teilweise fehlender bzw. nicht durchgängiger Daten zu Verpackungen wurden teilweise interne Expertenschätzungen zu Gewichtsangaben spezifischer Verpackungstypen herangezogen, um über einen Faktor und entsprechende Ausgaben das Gesamtgewicht hochzurechnen.

Anteil der wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Zwischenprodukte und Materialien (einschließlich Verpackungen), die zur Herstellung von Produkten und Dienstleistungen verwendet werden

  • Die Kennzahl setzt sich zusammen aus vorangegangenen Metriken.

Gesamtgewicht des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien

  • Nicht produktionsbezogene Materialien einschließlich Verpackungen, sind exkludiert. Das Gesamtgewicht der Rohmaterialien zur Herstellung von Produkten entspricht den eingekauften Materialmengen.
  • Diese Kennzahl ist unternehmensspezifisch.

Anteil des Zuflusses erneuerbarer und recycelter Materialien

  • Das Gesamtgewicht der recycelten und erneuerbaren Rohmaterialien zur Herstellung von Produkten entspricht den eingekauften Materialmengen.
  • Nicht produktionsbezogene Materialien, einschließlich Verpackungen, sind exkludiert.
  • Diese Kennzahl ist unternehmensspezifisch.

Ressourcenabflüsse

Die wichtigsten Ressourcenabflüsse von Continental, einschließlich Abfällen, in Bezug auf ihre wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen sind im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) sowie in diesem Kapitel im IRO-Cluster Abfälle im eigenen Geschäftsbereich beschrieben.

Produkte und Materialien

Das Produktportfolio von Continental umfasst ein breites Spektrum, insbesondere in den Bereichen Industrie und Fahrzeuge. Eine genaue Beschreibung findet sich im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2). Die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsambition hinsichtlich zirkulären Wirtschaftens ist im Managementansatz für Zirkularität in diesem Kapitel beschrieben.

Continental bietet ein breites Produktportfolio an, insbesondere für Fahrzeuge und Industrie. Aufgrund der Unterschiede in den einzelnen Produkten, Zielmärkten, Anwendungsfällen und dem Nutzerverhalten lässt sich die zu erwartende Haltbarkeit pauschal kaum vorhersagen. Die tatsächliche Haltbarkeit eines spezifischen Produkts kann im Einzelfall von den folgenden Schätzungen abweichen.

Bei sämtlichen Reifen variieren die Betriebsbedingungen stark je nach Fahrzeug und Einsatz sowie anderen Faktoren wie Luftdruck, Belastung, Geschwindigkeit, Straßenbedingungen, Rotationshäufigkeit und Lagerbedingungen. Dennoch müssen Pkw- und Nutzfahrzeug-Reifen im Hinblick auf die geschätzte Haltbarkeit von Reifen unbedingt ersetzt werden, wenn die Profiltiefe unter 1,6 mm liegt, da dies der gesetzliche Mindestwert in der Europäischen Union ist. Bei branchenweiten Produkttests durch externe Verbände liegt die Gesamtlaufleistung von Pkw-Reifen oft zwischen 20.000 und 70.000 Kilometern, bis die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht ist. Dort finden sich Continental-Reifen unter den besten Platzierungen. Darüber hinaus wird in der Reifenindustrie allgemein empfohlen, einen Reifen nach zehn Jahren zu überprüfen und bei Bedarf zu ersetzen.

Das Industriegeschäft des Unternehmensbereichs ContiTech verfügt über ein breit gefächertes Portfolio mit unterschiedlichen Anwendungen und Spezifikationen in zahlreichen Branchen wie Antriebsriemen, Lagerlösungen, Schläuchen und Nischenprodukten wie Drucktüchern. Die erwartete Haltbarkeit kann je nach Umgebungsbedingungen und dem endgültigen Anwendungszweck des Produkts, der Continental nicht immer bekannt ist, erheblich variieren. Diese Hauptfaktoren, die die Langlebigkeit des Produkts beeinflussen, legen eine Produktlebensdauer von einigen Jahren bis hin zu mehreren Jahrzehnten fest.

Für die Produkte von Continental existiert bisher kein etabliertes externes Bewertungssystem zur Reparierbarkeit. Dennoch arbeiten wir stetig an der Ausweitung eines zirkulären Produktdesigns, wie im Managementansatz Zirkularität beschrieben, und bieten u. a. entsprechende Dienstleistungen und Produkte an. Grundsätzlich können unsere Produkte im Fall eines Schadens repariert werden, die tatsächliche Möglichkeit hängt allerdings von vielen Faktoren ab, u. a. von dem tatsächlichen Zustand des Produkts und dem Grad des Schadens. Insbesondere können Schäden wie Löcher im Reifen in bestimmten Verfahren wieder verschlossen werden, um den Reifen weiterhin zu nutzen. Zudem betreibt Continental ein eigenes internationales Netzwerk an Kfz-Werkstätten, wo neben dem Verkauf bzw. Austausch von Reifen auch Fahrzeuge im Allgemeinen repariert werden. Produkte aus dem Unternehmensbereich ContiTech können ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen im Fall eines Schadens repariert werden. Auch dazu bieten wir entsprechende Dienstleistungen wie Reparaturen unserer Förderbänder oder Schlauchlösungen an.

Für sicherheitsrelevante Bauteile, wie z. B. Reifen, gelten zudem gegebenenfalls Einschränkungen der Reparierbarkeit aus Sicherheitsgründen. Die entsprechenden Managementansätze technische (produktbezogene) Compliance sowie sichere Mobilität finden sich im Kapitel Verbraucher und Endnutzer (ESRS S4).

Der Anteil der recycelbaren Bestandteile in Produktverpackungen blieb unverändert bei 100 %. Der Anteil der recycelbaren Inhalte in Produkten stieg aufgrund der Abspaltung der ehemaligen Unternehmensbereiche Automotive und Contract Manufacturing.

Anteil recycelbarer Bestandteile/Inhalte

2025

2024

Anteil der recycelbaren Bestandteile in Produktverpackungen, in %

100

100

Anteil der recycelbaren Inhalte in Produkten, in %

67,5

61,3

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Anteil der recycelbaren Bestandteile in Produktverpackungen

  • Die eingekaufte Verpackungsmenge entspricht der verwendeten Verpackungsmenge.
  • Die Berichterstattung der Daten erfolgt zentral.

Anteil der recycelbaren Inhalte in Produkten

  • Die Daten basieren auf Einkaufsdaten und werden unternehmensbereichsspezifisch kalkuliert.
  • Die Kennzahl beschreibt den Anteil am Gewicht der Inhalte von Produkten, die potenziell recycelt werden können. Dieser Wert kann deutlich vom tatsächlichen Recycling dieser Inhalte abweichen.
  • Wenn keine Gewichtsangaben zur Verfügung stehen, werden diese anhand der Kosten der Materialien und Waren, wie etwa bei Verpackungsmaterialien, mit Umrechnungsfaktoren berechnet.

Abfälle im eigenen Geschäftsbereich

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster Abfälle im eigenen Geschäftsbereich

ID

Kurzbeschreibung

Art des IROs

Primärer
Zeithorizont

Erläuterung

34

Deponierung oder Verbrennung von nicht verwertungsfähigen Abfällen im eigenen Geschäftsbereich

Potenzielle negative
Auswirkung

Kurzfristig

Continental betreibt eine Vielzahl industrieller Prozesse, in denen industrie- und prozessinhärent Abfälle entstehen, beispielsweise Materialausschuss, Verschnitte oder Prozessrückstände. Diese können teilweise schwer zu verwerten sein oder Gefahrstoffe enthalten. Daraus ergibt sich ein Potenzial für negative Auswirkungen im Zusammenhang mit der Behandlung und Entsorgung von Abfällen.

35

Abfalleffizienz

Chance

Mittelfristig

Continental betreibt eine Vielzahl industrieller Prozesse, in denen industrie- und prozessinhärent Abfälle entstehen, beispielsweise Materialausschuss, Verschnitte oder Prozessrückstände. Durch die Reduktion von Abfällen, ergibt sich ein prozessinhärentes Potenzial für wesentliche Effizienzsteigerungen in Bezug auf Betriebsausgaben und Ausgaben für Materialien und Vorprodukte. Auf Basis der bestehenden Managementansätze geht Continental davon aus, diese Chancen nutzen zu können.

 

Managementansatz für Abfälle im eigenen Geschäftsbereich

Continental ist davon überzeugt, dass Mobilität und die Weltwirtschaft sauberer werden und sich hin zu zirkulärem Wirtschaften wandeln müssen, um Ökosysteme zu schützen und ihre Resilienz und Regeneration zu unterstützen. Wir bekennen uns in unserer Nachhaltigkeitsambition dazu, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, indem wir die Ressourceneffizienz verbessern, vorbeugende Maßnahmen ergreifen und die Umweltverschmutzung in unserem eigenen Geschäftsbereich reduzieren. Dementsprechend hat Continental einen Managementansatz für Abfälle entwickelt, welcher in das allgemeine Umweltmanagement integriert ist, um die negative Auswirkung der Deponierung oder Verbrennung von nicht verwertbaren Abfällen aus dem eigenen Geschäftsbereich zu mindern und Chancen in Bezug auf Abfalleffizienz bestmöglich zu nutzen. Mehr zum Managementansatz zum allgemeinen Umweltmanagement findet sich unter Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich im Kapitel Emissionen und Substanzen (ESRS E2). An den Standorten von Continental ist seit vielen Jahren die Abfallhierarchie eingeführt, die Maßnahmen zur Verringerung des Abfallaufkommens Vorrang einräumt, gefolgt von der Wiederverwendung von Materialien, dem Recycling und der Rückgewinnung von Energie aus Abfällen. Die am wenigsten bevorzugte Option ist die Entsorgung, beispielsweise auf einer Deponie. Indem wir dieser Hierarchie folgen, können wir die Auswirkungen auf die Umwelt verringern und eine nachhaltige Ressourcennutzung fördern. Continental ist bestrebt, das Abfallaufkommen an ihren Standorten Schritt für Schritt und Jahr für Jahr zu reduzieren. Aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsbereiche innerhalb des Unternehmens werden spezifische Programme von den einzelnen Unternehmensbereichen bedarfsgerecht gestaltet.

Der Managementansatz für das Abfallmanagement umfasst den gesamten Continental-Konzern.

Die Umweltstrategie von Continental wird durch den Vorstand gesteuert und genehmigt. Die damit verbundenen Programme werden in internen Gremien der Umweltschutzabteilungen abgestimmt.

Das Abfallmanagement ist in die Umweltmanagementsysteme von Continental eingebettet. Durch Prozesse wie die Standardisierung, Katalogisierung sowie Digitalisierung für die exakte Erfassung von Abfallströmen können Abfälle vermieden werden. Außerdem tauschen wir regelmäßig Best-Practice-Beispiele zwischen unseren Werken aus. Beim Management und der Entsorgung von gefährlichen Abfällen gelten die jeweils lokal gültigen gesetzlichen Anforderungen. Für die Verwertung von Abfällen arbeiten wir auch mit externen Partnern zusammen. Um Transparenz in der Verwertung sicherzustellen und die Verantwortung für die Verarbeitung der Abfälle wahrzunehmen, nutzen wir zusammen mit unseren Partnern ein mehrstufiges Verfahren, bestehend aus Selbstauskünften, Anforderungskatalogen und Audits.

Die Überwachung und kontinuierliche Verbesserung der abfallbezogenen Prozesse erfolgt im Rahmen der allgemeinen Reviews zum Umweltmanagement sowie spezifischer Reviews für Abfallmanagement. Durch diese arbeiten wir konsequent daran, das Abfallaufkommen insgesamt und pro Produkt zu reduzieren und damit die Ressourceneffizienz zu steigern.

Das Umweltmanagementsystem von Continental wurde in Anlehnung an die ISO 14001 entwickelt, eine international anerkannte Norm für Umweltmanagementsysteme der Internationalen Organisation für Normung (ISO).

Der Managementansatz spiegelt durch die Verwendung der allgemein etablierten Abfallhierarchie und durch die Anlehnung an die ISO 14001 die Interessen verschiedener Stakeholder wider. Der direkte Austausch mit Stakeholdern in Bezug auf Abfall geschieht insbesondere mit den zuständigen Behörden.

Continental informiert durch verschiedene Kanäle über ihren Managementansatz zum Abfallmanagement, um für umfassendes Verständnis und Engagement im gesamten Unternehmen zu sorgen. Dazu gehören regelmäßige Trainings von Mitarbeitenden, lokale Awareness-Kampagnen und Informationen im Intranet, die den Ansatz und spezifische interne Regeln allen Mitarbeitenden zugänglich machen.

Kennzahlen in Bezug auf Abfälle im eigenen Geschäftsbereich

Bei allen Kennzahlen in Bezug auf Abfälle zur Wiederverwertung sowie Abfälle zur Beseitigung gab es durch die Abspaltung der ehemaligen Unternehmensbereiche Automotive und Contract Manufacturing einen deutlichen Rückgang für das Berichtsjahr.

Gleichzeitig kommen auf Ebene der Unternehmensbereiche Tires und ContiTech methodische Veränderungen in Bezug auf die Allokation von Bauabfällen zur Wiederverwertung beziehungswiese Beseitigung zum Tragen. Im Unternehmensbereich ContiTech verringerten sich 2025 zudem auch die Mengen in Bezug auf Abfall zur Beseitigung.

Abfälle zur Wiederverwertung

Abfälle zur Wiederverwertung, in Mio t

2025

2024

(1) Ungefährliche Abfälle zur Wiederverwendung

0,000

0,000

(2) Ungefährliche Abfälle zum Recycling

0,223

0,309

(3) Ungefährliche Abfälle für andere Arten der Wiederverwertung

0,055

0,069

(4) Ungefährliche Abfälle zur Wiederverwertung

0,277

0,378

(5) Gefährliche Abfälle zur Wiederverwendung

0,000

0,000

(6) Gefährliche Abfälle zum Recycling

0,006

0,017

(7) Gefährliche Abfälle für andere Arten der Wiederverwertung

0,007

0,009

(8) Gefährliche Abfälle zur Wiederverwertung

0,013

0,025

(9) Gesamtabfall zur Wiederverwertung

0,291

0,403

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Übergreifende Angaben für Positionen (1) bis (9)

  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Für einzelne Standorte werden Modellrechnungen unter Berücksichtigung der Mitarbeiteranzahl und der Art des Betriebs verwendet. Zudem ist das Abfallaufkommen im Monat Dezember für einzelne Standorte kalkuliert, falls erforderliche Daten oder Belege zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vorlagen.
  • Abfälle, die vertraglich oder rechtlich einem externen Dritten gehören, sind nicht berücksichtigt.
  • Gefährliche Abfälle werden gemäß Anhang III der Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Abfälle berücksichtigt.
  • Ungefährliche Abfälle sind Abfälle, die nicht unter die Definition von gefährlichen Abfällen fallen. Bauabfälle werden in der Verwertung rechnerisch vollständig der Deponierung zugeordnet.

(1) Ungefährliche Abfälle zur Wiederverwendung

  • Wiederverwendung bezeichnet jedes Verfahren, bei dem Produkte und Komponenten, die keine Abfälle sind, für denselben Zweck, für den sie konzipiert wurden, ohne wesentliche Änderung genutzt werden.
  • Das zur Wiederverwendung bestimmte Material endet nicht im Abfallregister, sondern wird sofort in das entsprechende Materiallager überführt.
  • Folglich fallen keine Abfälle an, die zur Wiederverwendung bestimmt sind.

(2) Ungefährliche Abfälle zum Recycling

  • Recycling wird als jedes Verwertungsverfahren definiert, bei dem Abfallstoffe zu Produkten, Materialien oder Stoffen wiederaufbereitet werden, sei es für den ursprünglichen oder einen anderen Zweck.

(3) Ungefährliche Abfälle für andere Arten der Wiederverwertung

  • Andere Verwertungsverfahren umfassen die Energieerzeugung oder -rückgewinnung durch Verbrennung von Abfällen, die als Brennstoff oder auf andere Weise zur Energieerzeugung verwendet werden sollen.

(4) Ungefährliche Abfälle zur Wiederverwertung

  • Summe der Positionen (1) bis (3).

(5) Gefährliche Abfälle zur Wiederverwendung

  • Wiederverwendung bezeichnet jedes Verfahren, bei dem Produkte und Komponenten, die keine Abfälle sind, für denselben Zweck, für den sie konzipiert wurden, ohne wesentliche Änderung genutzt werden.
  • Das zur Wiederverwendung bestimmte Material endet nicht im Abfallregister, sondern wird sofort in das entsprechende Materiallager überführt. Folglich fallen keine Abfälle an, die zur Wiederverwendung bestimmt sind.

(6) Gefährliche Abfälle zum Recycling

  • Recycling umfasst alle Verwertungsverfahren, bei denen Abfallstoffe zu Produkten, Materialien oder Stoffen wiederaufbereitet werden, sei es für den ursprünglichen oder einen anderen Zweck.

(7) Gefährliche Abfälle für andere Arten der Wiederverwertung

  • Andere Verwertungsverfahren umfassen den Zweck der Energieerzeugung oder -rückgewinnung durch Verbrennung von Abfällen, die als Brennstoff oder auf andere Weise zur Energieerzeugung verwendet werden sollen.

(8) Gefährliche Abfälle zur Wiederverwertung

  • Summe der Positionen (5) bis (7).

(9) Gesamtabfall zur Wiederverwertung

  • Summe der Positionen (4) und (8).

Abfälle zur Beseitigung

Abfälle zur Beseitigung, in Mio t

2025

2024

(10) Ungefährliche Abfälle zur Verbrennung

0,000

0,001

(11) Ungefährliche Abfälle zur Deponierung

0,042

0,041

(12) Ungefährliche Abfälle für andere Beseitigungsverfahren

0,005

0,006

(13) Ungefährliche Abfälle zur Beseitigung

0,047

0,047

(14) Gefährliche Abfälle zur Verbrennung

0,002

0,003

(15) Gefährliche Abfälle zur Deponierung

0,003

0,006

(16) Gefährliche Abfälle für andere Beseitigungsverfahren

0,004

0,005

(17) Gefährliche Abfälle zur Beseitigung

0,009

0,014

(18) Gesamtabfall zur Beseitigung

0,056

0,061

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Übergreifende Angaben für Positionen (10) bis (18)

  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Für einzelne Standorte werden Modellrechnungen unter Berücksichtigung der Mitarbeiteranzahl und der Art des Betriebs verwendet. Zudem ist das Abfallaufkommen im Monat Dezember für einzelne Standorte kalkuliert, falls erforderliche Daten oder Belege zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vorlagen.
  • Abfälle, die vertraglich oder rechtlich einem externen Dritten gehören, sind nicht berücksichtigt.
  • Gefährliche Abfälle werden gemäß Anhang III der Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Abfälle berücksichtigt.
  • Ungefährliche Abfälle sind Abfälle, die nicht unter die Definition von gefährlichen Abfällen fallen.
  • Bauabfälle werden in der Verwertung rechnerisch vollständig der Deponierung zugeordnet.

(12) Ungefährliche Abfälle für andere Beseitigungsverfahren

  • Andere Beseitigungsverfahren sind als Entsorgungstätigkeiten definiert, die weder unter Verbrennung noch unter Deponierung fallen. Dazu gehört z. B. die Vorbehandlung von überwiegend flüssigen und pastösen Sonderabfällen durch eine Vielzahl chemischer, thermischer und physikalischer Prozesse, um einen entsorgungsfähigen Output zu erzielen.

(13) Ungefährliche Abfälle zur Beseitigung

  • Summe der Positionen (10) bis (12).

(16) Gefährliche Abfälle für andere Beseitigungsverfahren

  • Andere Beseitigungsverfahren sind als Entsorgungstätigkeiten definiert, die weder unter Verbrennung noch unter Deponierung fallen. Dazu gehört z. B. die Vorbehandlung von überwiegend flüssigen und pastösen Sonderabfällen durch eine Vielzahl chemischer, thermischer und physikalischer Prozesse, um einen entsorgungsfähigen Output zu erzielen.

(17) Gefährliche Abfälle zur Beseitigung

  • Summe der Positionen (14) bis (16).

(18) Gesamtabfall zur Beseitigung

  • Summe der Positionen (13) und (17).

Weitere Abfallkennzahlen

Relevante Abfallströme sind in diesem Kapitel im Managementansatz Abfälle im eigenen Geschäftsbereich beschrieben.

Die Materialien, die in den Abfällen von Continental enthalten sind, ergeben sich maßgeblich durch die spezifischen Ressourcenzuflüsse und sind in den Managementansätzen in diesem Kapitel beschrieben.

Bei den weiteren absoluten Abfallkennzahlen ergab sich im Berichtsjahr ein deutlicher Rückgang, welcher im Wesentlichen auf die Abspaltung der ehemaligen Unternehmensbereiche Automotive und Contract Manufacturing zurückzuführen war. Zudem reduzierte sich die Gesamtmenge des Abfallaufkommens auch jeweils in den beiden Unternehmensbereichen Tires und ContiTech.

Die Abspaltung führte 2025 auch zu einem höheren Anteil der nicht recycelten Abfälle

Die Abfallverwertungsquote blieb im Berichtsjahr konstant. Während sich die strukturelle Veränderung negativ auf die Quote auswirkte, stieg die Quote im Unternehmensbereich ContiTech an und blieb im Unternehmensbereich Tires auf hohem Niveau stabil. In Summe glichen sich diese Effekte weitestgehend aus.

Weitere Abfallkennzahlen

2025

2024

Gesamtmenge des Abfallaufkommens, in Mio t

0,347

0,464

Gesamtmenge der gefährlichen Abfälle, in Mio t

0,022

0,039

Gesamtmenge der radioaktiven Abfälle, in Mio t

0,000

0,000

Menge der nicht recycelten Abfälle, in Mio t

0,118

0,138

Anteil der nicht recycelten Abfälle, in %

34,1

29,9

Abfallverwertungsquote, in %

87,2

87,2

Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Gesamtmenge des Abfallaufkommens

  • Die Kennzahl umfasst die Gesamtsumme des Abfalls aller Standorte weltweit. Verkaufte oder ausrangierte Maschinen, Abwasser und Abfälle, die vertraglich oder rechtlich einem externen Dritten gehören, sind nicht berücksichtigt.
  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Für einzelne Standorte werden Modellrechnungen unter Berücksichtigung der Mitarbeiteranzahl und der Art des Betriebs verwendet.

Gesamtmenge der gefährlichen Abfälle

  • Summe der Positionen (8) und (17) aus den Tabellen „Abfälle zur Wiederverwertung“ und „Abfälle zur Beseitigung“.
  • Abfälle, die vertraglich oder rechtlich einem externen Dritten gehören, sind nicht berücksichtigt.

Gesamtmenge der radioaktiven Abfälle

  • Radioaktive Abfälle sind in Artikel 3 Absatz 7 der Richtlinie 2011/70/Euratom des Rates (Anhang I) definiert.
  • Continental erzeugt keine radioaktiven Abfälle.

Menge und Anteil der nicht recycelten Abfälle

  • Summe der Positionen (3), (7) und (18) aus den Tabellen „Abfälle zur Wiederverwertung“ und „Abfälle zur Beseitigung“.
  • Abfälle, die vertraglich oder rechtlich einem externen Dritten gehören, sind nicht berücksichtigt.
  • Anteil berechnet als Menge der nicht recycelten Abfälle geteilt durch das Abfallaufkommen.

Abfallverwertungsquote

  • Die Kennzahl ist die Summe von gefährlichen Abfällen und ungefährlichen Abfällen für Wiederverwertung und Energierückgewinnung geteilt durch die Gesamtmenge der Abfälle.
  • Im Gegensatz zum Abfallaufkommen sind Bauabfälle nicht berücksichtigt.
  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Für einzelne Standorte werden Modellrechnungen unter Berücksichtigung der Mitarbeiteranzahl und der Art des Betriebs verwendet.
  • Diese Kennzahl ist unternehmensspezifisch.