Für das Jahr 2026 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook Update (WEO Update) von Januar 2026 ein Wachstum der Weltwirtschaft von rund 3,3 %. Damit liegt die Prognose auf dem Niveau des Vorjahres und spiegelt u. a. die Annahme einer weiter nachlassenden Inflation bei zugleich moderatem globalem Wachstum wider. Der IWF geht davon aus, dass sich die weltwirtschaftliche Entwicklung insgesamt stabilisiert, weist jedoch weiterhin auf deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Regionen sowie auf erhöhte Unsicherheiten hin.
Europa dürfte im Jahr 2026 gemäß IWF weiterhin von einem gedämpften Wachstum aufgrund von anhaltenden strukturellen Belastungen geprägt sein. Dazu zählen die weiterhin spürbaren Folgen hoher Energiepreise, eine industrielle Basis im Wandel, demografische Faktoren sowie eine begrenzte Beteiligung Europas an der globalen, technologiegetriebenen Investitionsdynamik, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Für den Euroraum schätzt der IWF den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2026 auf 1,3 %. Darin enthalten ist ein erwartetes BIP-Wachstum Deutschlands von 1,1 %. Für das Vereinigte Königreich erwartet der IWF einen Anstieg des BIP um 1,3 %.
Für die USA prognostiziert der IWF für 2026 ein BIP-Wachstum von 2,4 %. Der IWF nennt hierbei fiskalische Impulse, vorteilhafte Finanzierungsmöglichkeiten sowie anhaltend hohe Investitionen im Technologiesektor als wesentliche Effekte.
Laut IWF dürfte die japanische Wirtschaft 2026 ein verhaltenes BIP-Wachstum in Höhe von 0,7 % erreichen.
Für Indien prognostiziert der IWF erneut eine hohe Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 6,4 %. In China wird auf Basis der anhaltenden fiskalpolitischen Unterstützung weiterhin eine starke Entwicklung erwartet, der IWF schätzt das BIP-Wachstum auf 4,5 %.
Für andere Schwellen- und Entwicklungsländer erwartet der IWF für 2026 eine solide konjunkturelle Entwicklung, wenn auch teils unter den Wachstumsraten des Jahres 2025. So rechnet der IWF beispielsweise nur noch mit einem Anstieg des BIP in Brasilien um 1,6 %.
Die Prognose des IWF für das Jahr 2026 basiert auf der Annahme insgesamt moderater und stabiler makroökonomischer Rahmenbedingungen. Der IWF geht von weiter rückläufigen Inflationsraten sowie überwiegend wachstumsfördernden Finanzierungsbedingungen aus, wobei sich der geldpolitische Lockerungszyklus in den großen Volkswirtschaften unterschiedlich schnell vollzieht. Energiepreise werden im Jahresverlauf tendenziell niedriger erwartet, unterstützt durch eine verhaltene globale Nachfrage und ein ausreichendes Angebot.
Zugleich weist der IWF auf eine Reihe von Chancen und Risiken hin. Positive Impulse könnten sich aus einer anhaltend hohen Investitionstätigkeit im Technologiesektor, insbesondere im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, sowie aus einer weiteren Entspannung handelspolitischer Beziehungen ergeben. Demgegenüber bestehen weiterhin erhebliche Abwärtsrisiken. Dazu zählen geopolitische Konflikte, eine erneute Verschärfung protektionistischer Maßnahmen sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit technologiegetriebener Investitionen. Zudem könnten die hohe öffentliche Verschuldung und unerwartete Inflationsrückschläge zu restriktiveren Finanzierungsbedingungen führen und die weltwirtschaftliche Entwicklung belasten.
