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Geschäftsbericht 2025

Neue Wege gehen.

Geschäftsbericht 2025

Nachhaltigkeitsbericht – Umweltinformationen

Emissionen und Substanzen (ESRS E2)

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf Emissionen und Substanzen

Continental hat ihre tatsächlichen und potenziellen negativen und positiven Auswirkungen sowie abstrakte und konkrete Risiken und Chancen in Bezug auf Emissionen und Substanzen gemäß den regulatorischen Anforderungen bewertet, wie im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) beschrieben. Die Angaben umfassen einen Überblick über die Bewertung aller ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) einschließlich der betrachteten Zeithorizonte.

In dieser IRO-Bewertung (IRO-Assessment) wurden die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen bezüglich Emissionen und Substanzen (gemäß ESRS E2 Umweltverschmutzung) ermittelt. Sie wurden zum leichteren Verständnis und für eine bessere Lesbarkeit in folgende IRO-Cluster gruppiert:

  • Produktbezogene Aspekte bezüglich Umweltschutz
  • Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe
  • Umweltschutz in der Lieferkette
  • Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich

Die Beschreibungen der potenziellen negativen Auswirkungen und abstrakten Risiken erfolgen aus einer geschäftsinhärenten Perspektive. Sie benennen allgemeine Auswirkungspotenziale und Risikoexpositionen basierend auf strukturellen Aspekten wie der Geschäftstätigkeit, geografischen Aspekten, dem Geschäftsmodell oder Produktcharakteristika. Dabei ist die Mitigation durch den im jeweiligen IRO-Cluster beschriebenen Managementansatz von Continental nicht berücksichtigt. Tatsächliche negative Auswirkungen, konkrete Risiken, positive Auswirkungen sowie Chancen werden aus der unternehmensspezifischen Perspektive beschrieben und berücksichtigen die Ergebnisse der Managementansätze. Eine ausführliche Definition der IRO-Typen ist im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) in den Abschnitten Wesentlichkeit der Auswirkungen (Impact Materiality) und Finanzielle Wesentlichkeit (Financial Materiality) zu finden. Die Beschreibungen der IROs sind jeweils für sich abgeschlossen zu betrachten, wodurch es zu Wiederholungen kommen kann.

Auf den folgenden Seiten werden die IROs der jeweiligen IRO-Cluster detailliert beschrieben. Zudem wird der für das jeweilige IRO-Cluster entwickelte Managementansatz dargestellt, der die beschriebenen Auswirkungen, Risiken und Chancen steuert. Zugleich werden dazugehörige Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen erläutert (sofern vorhanden).

Produktbezogene Aspekte bezüglich Umweltschutz

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster produktbezogene Aspekte bezüglich Umweltschutz

ID

Kurzbeschreibung

Art des IROs

Primärer
Zeithorizont

Erläuterung

14

Umweltverschmutzung in der Nutzungsphase

Potenzielle negative Auswirkung

Kurzfristig

Continentals Produkte werden in einer Vielzahl von Industrien eingesetzt und in Fahrzeugen sowie Maschinen verbaut. Dadurch ergeben sich in der Nutzungsphase inhärente direkte und indirekte potenzielle negative Auswirkungen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung. Direkt mit den Produkten verbundene potenzielle Auswirkungen können insbesondere durch die Entstehung von Reifen und Straßenabriebpartikeln (TRWP) während der Fahrzeugnutzung entstehen, deren konkrete Auswirkungen derzeit noch Gegenstand wissenschaftlicher Studien sind. Indirekt mit dem Produkt verbundene Auswirkungen können sich einerseits durch die Industrieprozesse, in denen die Produkte eingesetzt werden, andererseits durch die Nutzung der Fahrzeuge, in denen die Produkte verbaut werden, ergeben. Diese können Verschmutzungen von Luft, Wasser oder Boden umfassen (z. B. Abgasemissionen von Fahrzeugen oder Prozessemissionen in industriellen Anwendungen).

15

Sanktionen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung in der
Nutzungsphase

Abstraktes und konkretes Risiko

Mittelfristig

Continentals Produkte werden in einer Vielzahl von Industrien eingesetzt und in Fahrzeugen sowie Maschinen verbaut, die unter existierende oder zukünftige regulatorische Emissionsvorgaben fallen oder fallen könnten. Dies betrifft insbesondere nicht-antriebsbedingte Emissionen, wie Reifen- und Straßenabriebpartikel (TRWP). Daraus ergibt sich eine industrieinhärente Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus existierender Regulatorik oder wesentlichen Verschärfungen ergeben können. Daher könnte Continental, im Fall, dass es zu Verstößen gegen existierende oder zukünftige regulatorische Anforderungen in Bezug auf Emissionen in der Produktnutzungsphase kommt, Sanktionsregelungen mit Straf- und Bußgeldzahlungen oder einer vorübergehenden Unterbrechung des jeweiligen Geschäftsbetriebs ausgesetzt sein. Ein konkretes Risiko ergibt sich für Reifenhersteller durch laufende und mögliche Verfahren in einzelnen Märkten.

16

Umsatzeinbußen im Zusammenhang mit unseren Produkten und Umweltverschmutzung

Abstraktes
Risiko

Langfristig

Continentals Produkte werden in einer Vielzahl von Industrien eingesetzt und in Fahrzeugen sowie Maschinen verbaut, die unter existierende oder zukünftige regulatorische Emissionsvorgaben fallen oder fallen könnten. Dies betrifft insbesondere nicht-antriebsbedingte Emissionen, wie Reifen- und Straßenabriebpartikel (TRWP). Daraus ergibt sich eine industrieinhärente Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus wesentlichen Verschärfungen solcher Regulatorik ergeben können. Im Fall, dass sich die wesentlichen Verschärfungen auf Emissionen während der Produktnutzungsphase beziehen und die regulatorischen Verschärfungen sich schneller entwickeln, als das Portfolio angepasst werden kann, könnte dies zu Umsatzeinbußen für die betroffenen Produktsegmente führen.

17

Wachstum aufgrund von Vorschriften zur Umweltverschmutzung

Chance

Mittelfristig

Das Produktportfolio von Continental bedient Märkte, in denen die Emissionen in der Nutzungsphase der Produkte zunehmend reguliert werden (z. B. Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge oder Reifenlabel). Dadurch können sich in diesen Märkten grundsätzlich Potenziale für zusätzliches Umsatzwachstum und neues Geschäft sowie eine Differenzierung im Wettbewerb ergeben, welche sich auch positiv auf die erzielbare Marge auswirken könnte. Auf Basis der Portfolioausrichtung und der bestehenden Managementansätze geht Continental davon aus, diese Chancen nutzen zu können.

Managementansatz für produktbezogene Aspekte bezüglich Umweltschutz

Continental ist davon überzeugt, dass die Mobilität und die Weltwirtschaft sauberer werden müssen, um Ökosysteme zu schützen und ihre Resilienz und Regeneration zu unterstützen. Wir bekennen uns in unserer Nachhaltigkeitsambition dazu, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, indem wir vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um die Umweltverschmutzung während der Nutzungsphase unserer Produkte zu reduzieren.

Entsprechend hat Continental einen spezifischen Managementansatz implementiert, um den Wandel unserer Industrien zu unterstützen, negative Umweltauswirkungen in der Produktnutzungsphase zu reduzieren, die Vorschriften einzuhalten und gleichzeitig Chancen für Wachstum in bestimmten Geschäftsbereichen zu unterstützen. Damit übernimmt Continental Verantwortung für die Umweltwirkungen ihrer Produkte.

Insbesondere hinsichtlich Reifen- und Straßenabriebpartikeln arbeitet Continental an der wissenschaftlichen Beantwortung offener Fragestellungen rund um diese nicht-antriebsbedingten Emissionen und deren Entstehung, Zusammensetzung sowie deren Transport und Verbleib in der Umwelt. Continental trägt dazu bei, wissenschaftlich fundiertes Wissen über die Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit auszubauen, da die Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind.

Daher ist darauf hinzuweisen, dass Reifen- und Straßenabrieb nach heutigem Wissensstand immer entstehen wird, um kontrollierbares und sicheres Beschleunigen und Bremsen sowie stabile Kurvenfahrten zu ermöglichen. Diese kombinierten Partikel bestehen zu ca. 50 % aus Material des Laufstreifens und zu ca. 50 % aus der Straßenoberfläche. Unsere Bestrebungen sind darauf ausgerichtet, die Laufleistung unserer Reifen zu erhöhen und Abriebpartikel von Reifen zum einen zu verringern und zum anderen so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, ohne Kompromisse hinsichtlich Geräuschemissionen und sicherheitskritischer Leistungsmerkmale einzugehen.

Der Managementansatz fokussiert sich auf die direkten Emissionen durch unsere Produkte aus dem Unternehmensbereich Tires. Die indirekten Emissionen, die insbesondere mit der Nutzung unserer Produkte in Fahrzeugen verbunden sind, werden im Wesentlichen durch Fahrzeughersteller und das Nutzungsverhalten von Endkunden beeinflusst. Sie unterliegen damit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Wandels bei unseren Kunden wie auch in deren verschiedenen Branchen und Märkten.

Die Verantwortung für die Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sowie die wirtschaftlichen Aspekte liegt im jeweiligen Unternehmensbereich bzw. der verantwortlichen Gesellschaft. Sie werden von verschiedenen Zentralbereichen, u. a. Produktentwicklung, Nachhaltigkeit, technische Compliance und Qualität, unterstützt. Die Aufsicht erfolgt letztlich durch die Gremien der Unternehmensbereiche sowie durch den Vorstand von Continental.

Die allgemeinen Prozesse des Managementansatzes umfassen u. a. Marktforschung, Aktivitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung, aktives Portfoliomanagement sowie einen engen Dialog mit Kunden – wie auch im Kapitel Klimawandel (ESRS E1) im Abschnitt Managementansatz für Scope‑3-Emissionen, Resilienz und Transformation der Wertschöpfungskettebeschrieben.

Die spezifischen Managementprozesse hinsichtlich nicht-antriebsbedingter Emissionen wie Reifen- und Straßenabriebpartikel umfassen insbesondere F&E-Aktivitäten und Kooperationen in Industrieverbänden sowie mit Universitäten, wissenschaftlichen Institutionen und Kunden, um ein umfassendes Verständnis für die Entstehung von Reifen- und Straßenabriebpartikeln und deren Verhalten in der Umwelt kontinuierlich auszubauen. Ein Beispiel für solch eine Kooperation ist das Projekt OLRAP (Onlineanalyse von luftgetragenen Reifenabriebpartikeln bei der Entstehung und Abgrenzung zu Partikeln anderer Herkunft) mit der Technischen Universität Braunschweig und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Dabei sammelte im Berichtsjahr ein speziell ausgerüstetes Messfahrzeug große zeitgenaue Datenmengen zur Herkunft auch feinster luftgetragener Partikel (von Reifen, Straßenbelag oder Bremsen), die in Beziehung zu Faktoren wie Fahrdynamik, Straßenoberfläche und Wetterbedingungen gesetzt wurden. Weitere Beispiele sind die Zusammenarbeit mit der European Tyre and Rim Technical Organisation (ETRTO) sowie der Internationalen Organisation für Normung (ISO) für Euro 7 (relevant ab 2026) sowie fortlaufende Forschung im Rahmen des Tire Industry Project (TIP).

Darüber hinaus erforscht und entwickelt Continental im Rahmen von F&E- und Produktentwicklungsprozessen, z. B. dem Produktlebenszyklus-Management, technische Weiterentwicklungen und Lösungen, um die Reifen-bedingten Emissionen kontinuierlich weiter zu reduzieren und die zunehmende Regulierung einzuhalten. Zu den Produktentwicklungsprozessen gehören auch die Arbeit an der wirtschaftlichen Machbarkeit, Marktreife, Skalierung solcher Lösungen sowie die Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und anderen relevanten Interessensgruppen wie Universitäten.

Bezüglich Reifen- und Straßenabriebpartikel arbeiten die Entwicklungsingenieurinnen und -ingenieure sowie Materialexpertinnen und -experten von Continental vor allem daran, sowohl die Reifenkonstruktion als auch die Zusammensetzung der Reifenmischungen so zu verändern, dass der Verschleiß und damit die Auswirkungen auf die Umwelt verringert werden, ohne dabei die sicherheits- oder leistungsrelevanten Eigenschaften der Reifen zu beeinträchtigen. Im Fokus steht dabei die Verbesserung des Rollwiderstandes, um den Abrieb zu verringern. Dies betrifft auch indirekte antriebsbedingte Emissionen wie Stickoxide und CO2. Weitere Informationen hierzu finden sich im Abschnitt Managementansatz für Scope‑3-Emissionen, Resilienz und Transformation der Wertschöpfungskette.

Gleichzeitig arbeitet Continental auch daran, Reifen und Fahrbahngeräusche so weit wie möglich zu reduzieren, ohne die sicherheitsrelevanten Eigenschaften der Reifen, wie z. B. Bremswege bei Nässe oder Schnee, oder andere Reifeneigenschaften, beispielsweise Handling oder Lebensdauer, zu beeinträchtigen.

Um Reifen- und Fahrbahngeräusche zu reduzieren, nutzt Continental langjähriges Reifen-Know-how und moderne Simulationsmethoden. So optimiert Continental beispielsweise bereits in einem frühen Entwicklungsstadium Elemente des Laufflächenprofils hinsichtlich ihrer akustischen Wirkung. Eine komfortable, subjektiv unauffällige Geräuschcharakteristik ist ein wichtiges Entwicklungskriterium der Reifenmodelle von Continental – ohne Einbußen bei Sicherheit, Handling oder Lebensdauer hinzunehmen.

Die Konformität der Produkte mit den geltenden Normen, Kundenanforderungen und Vorschriften unterliegt den Prozessen der technischen Compliance und den Qualitätsmanagementsystemen von Continental.

Fortschritte in diesen Prozessen können Continental zudem mittelfristig dabei unterstützen, im Umfeld veränderter Produktanforderungen Wettbewerbsvorteile zu generieren sowie Wachstums- und Margenchancen zu nutzen. Der Fortschritt wird dabei intern systematisch gemessen und kann zudem anhand der Ergebnisse unabhängiger Reifentests im Markt verglichen bzw. bewertet werden. In einer aktuellen ADAC-Studie aus dem Jahr 2025 wurde für die getesteten Continental-Reifen ein 11 % geringerer spezifischer Abrieb gemessen als der Durchschnitt aller getesteten Reifen des Wettbewerbs.

Infolge der IROs sind spezifische Prozesse für Vorfälle und Notsituationen für den Managementansatz zur nachgelagerten Wertschöpfungskette nicht relevant.

Die Managementansätze orientieren sich am Rahmenwerk von Continental zur technischen Compliance und an der Nachhaltigkeitsambition. Es gelten weitere interne Regeln für spezifische Geschäftsprozesse.

Aktuelle und künftige internationale technische Normen, Verpflichtungen und Vorschriften in Bezug auf Emissionen, z. B. Euro 7, sind für die Produkte von Continental verbindlich. Wir unterstützen die Einführung von verbindlichen Grenzwerten für Reifenverschleiß als Teil von Euro 7. Die Reifenindustrie setzt sich für einen solchen international anerkannten, zuverlässigen, reproduzierbaren und repräsentativen Teststandard für die Abriebrate ein und Continental beteiligt sich an der Erarbeitung dessen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in der ETRTO sowie im Europäischen Reifenherstellerverband Tyres Europe.

Um sowohl konforme Produkte anbieten zu können als auch die Emissionen zu reduzieren, steht Continental im kontinuierlichen Austausch mit relevanten Anspruchsgruppen wie Behörden, Kunden, wissenschaftlichen Einrichtungen oder Industrieverbänden bzw. Brancheninitiativen (wie z. B. dem Europäischen Reifenherstellerverband Tyres Europe und dem US-Reifenherstellerverband USTMA). Besonders hervorzuheben ist unsere Mitarbeit beim Thema Reifenabrieb im Rahmen des TIP als Co-Vorsitzender und Gründungsmitglied, zusammen mit weiteren weltweit führenden Reifenherstellern, unter der Schirmherrschaft des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD).

Ein wichtiges Element der Kommunikation von Themen rund um nicht-antriebsbedingte Emissionen in der Nutzungsphase ist die gemeinsame Kommunikation über Branchenprojekte, wie z. B. TIP, und Verbände. Diese Plattformen ermöglichen es, wissenschaftliche Erkenntnisse, regulatorische Entwicklungen und Fortschritte in der Produktentwicklung gemeinsam mit relevanten Akteuren zu adressieren und öffentlich zu machen.

Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe

ID

Kurzbeschreibung

Art des IROs

Primärer
Zeithorizont

Erläuterung

18

Negative Auswirkungen durch die Verwendung besorgniserregender Stoffe im eigenen Geschäftsbereich

Potenzielle negative
Auswirkung

Kurzfristig

In den Produktionsprozessen von Continental werden Stoffe eingesetzt bzw. sind in Gemischen oder Artikeln enthalten, die regulatorisch als (besonders) besorgniserregend eingestuft sind. Obwohl sie nur einen begrenzten Anteil des gesamten Materialeinsatzes ausmachen, besitzen sie im Fall von Freisetzungen oder unsachgemäßer Handhabung aufgrund ihrer Eigenschaften ein inhärentes Potenzial für negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

19

Negative Auswirkungen durch die Verwendung besorgniserregender Stoffe in der Lieferkette

Potenzielle negative
Auswirkung

Kurzfristig

Die Lieferkette von Continental erstreckt sich über eine Vielzahl von Wertschöpfungsstufen und umfasst Industrien, in denen Stoffe eingesetzt werden, bzw. in Gemischen oder Artikeln enthalten sind, die regulatorisch als (besonders) besorgniserregend eingestuft sind. Dies betrifft beispielsweise Additive oder petrochemische Ausgangsstoffe zur Herstellung von synthetischem Kautschuk oder weiteren Polymeren. Im Fall von Freisetzungen oder unsachgemäßer Handhabung können sich daher aufgrund ihrer Eigenschaften potenzielle negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt ergeben.

20

Sanktionen im Zusammenhang mit besorgniserregenden Stoffen

Abstraktes
Risiko

Mittelfristig

Continental verarbeitet eine Vielzahl von Substanzen, die unter existierende oder zukünftige regulatorische Vorgaben fallen oder fallen könnten, beispielsweise im Rahmen der EU-Chemikalienverordnungen. Daraus ergibt sich eine industrieinhärente Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus existierender Regulatorik oder wesentlichen Verschärfungen ergeben können. Im Fall, dass es zu Verstößen gegen existierende oder zukünftige regulatorische Anforderungen, insbesondere in Bezug auf die Lagerung, den Umgang und die Nutzung regulierter Substanzen, kommt, könnte dies zu Straf- und Bußgeldzahlungen oder einer vorübergehenden Unterbrechung des jeweiligen Geschäftsbetriebs führen.

21

Umsatzeinbußen im Zusammenhang mit unserem Portfolio und besorgniserregenden Stoffen

Abstraktes
Risiko

Mittelfristig

Continental verarbeitet eine Vielzahl von Substanzen, die unter existierende oder zukünftige regulatorische Vorgaben fallen oder fallen könnten, beispielsweise im Rahmen der EU-Chemikalienverordnungen. Daraus ergibt sich eine industrieinhärente Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus wesentlichen Verschärfungen ergeben können. Im Fall, dass sich die wesentlichen Verschärfungen auf Inhaltsstoffe von Produkten von Continental beziehen und sich die regulatorischen Verschärfungen schneller entwickeln, als das Portfolio angepasst werden kann, könnte dies zu Umsatzeinbußen für die betroffenen Produktsegmente führen.

Managementansatz für besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe

Continental hat einen Managementansatz für den Umgang mit besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen implementiert, um für deren sichere Verwendung zu sorgen, Mitarbeitende und Umwelt zu schützen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und eine schrittweise Substitution dieser Stoffe einzuleiten, soweit möglich. Für Continental als ein in der Chemiebranche tätiges Unternehmen sind der richtige Umgang mit und die Verwendung von besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen in der Produktion und in den Produkten essenziell. Daher ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Stoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus Sicht von Continental selbstverständlich.

Wir sind überzeugt, dass die Mobilität und die Weltwirtschaft sauberer werden müssen, um Ökosysteme zu schützen und ihre Resilienz und Regeneration zu unterstützen. Wir bekennen uns in unserer Nachhaltigkeitsambition dazu, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, indem wir die Ressourceneffizienz verbessern, vorbeugende Maßnahmen ergreifen, die Umweltverschmutzung in unserem eigenen Geschäftsbereich reduzieren und gleichzeitig diese Praktiken auch entlang unserer Wertschöpfungskette fördern.

Das Rahmenwerk zur Substitution und Minimierung des Einsatzes besorgniserregender und besonders besorgniserregender Stoffe im eigenen Geschäftsbereich sieht vor, dass bei Verwendung gefährlicher Chemikalien zu prüfen ist, ob weniger gefährliche Alternativen bzw. Ersatzstoffe verfügbar sind.

Der Umgang mit besonders besorgniserregenden Stoffen in der Lieferkette ist größtenteils im Managementansatz für Umweltschutz in der Lieferkette geregelt. Unser Verhaltenskodex für Geschäftspartner formuliert zudem die Erwartung, dass unsere direkten Lieferanten ein verantwortungsvolles Management von (besonders) besorgniserregenden Stoffen und Chemikalien etablieren.

Das Gefahrstoffmanagement von Continental deckt den eigenen Geschäftsbereich weltweit ab und ist insbesondere auf die Produktionsstätten ausgerichtet. Es umfasst teilweise auch Aspekte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Der Managementansatz umfasst inhaltlich sowohl besorgniserregende als auch besonders besorgniserregende Stoffe.

Die Verantwortung für die Umsetzung des Managementansatzes für besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe liegt bei der Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaften von Continental. Der Governance-Rahmen für das Management von gefährlichen Stoffen wird insbesondere von den Abteilungen für Umwelt, Sicherheit und Gesundheit sowie der Produktentwicklung festgelegt, die vom Vorstand von Continental und den Gremien der Unternehmensbereiche überwacht werden.

Die Prozesse für das Monitoring des Gefahrstoffmanagements sind in das allgemeine Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagementsystem integriert, wie in den Managementansätzen Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich in diesem Kapitel sowie Arbeitssicherheit und Gesundheit im Kapitel Eigene Belegschaft (ESRS S1) beschrieben. Vorbeugende Maßnahmen für besorgniserregende Stoffe werden standortspezifisch umgesetzt und umfassen die Identifizierung von Gefahrstoffen, die Pflege von Gefahrstoffverzeichnissen sowie sichere Verwendung und Lagerung dieser Stoffe.

Continentals Prozesse für besorgniserregende Stoffe umfassen auch einige vor- und nachgelagerte Aspekte der Wertschöpfungskette, z. B. im Hinblick auf die Integration in allgemeine Beschaffungsprozesse, die Genehmigung oder die Beschränkung der Verwendung von beschafften Stoffen, die Produkt- und Prozessentwicklung sowie das Inverkehrbringen konformer und sicherer Produkte (siehe auch den Managementansatz für technische (produktbezogene) Compliance im Kapitel Verbraucher und Endnutzer (ESRS S4)). Die Umsetzung dieser Regeln wird regelmäßig überprüft, z. B. im Rahmen interner ESH-Audits.

Das Rahmenwerk für das Management von Continental in Bezug auf besorgniserregende Stoffe besteht aus einer Reihe von Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Gesundheitsregeln auf verschiedenen Ebenen der Organisation sowie aus der Nachhaltigkeitsambition, der ESH Policy und den entsprechenden RVC Commitments (siehe Unterkapitel Umweltschutz in der Lieferkette).

Die Managementsysteme für Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheit basieren auf den internationalen Normen ISO 14001 und ISO 45001, die auch Normen für das Gefahrstoffmanagement darstellen. Darüber hinaus befolgt Continental die sich aus der Minamata-Konvention über Quecksilber und dem Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (Persistent Organic Pollutants, POPs) ergebenden Rechtsakten sowie alle weiteren relevanten Rechtsakte für die von uns genutzten besorgniserregenden Stoffe und besonders besorgniserregenden Stoffe. Außerdem wird die Global Automotive Declarable Substance List (GADSL) angewendet und entsprechend das International Material Data System (IMDS) genutzt.

Continental bezieht in das Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Gesundheitsmanagement relevante Stakeholder ein, wozu auch die Konsultation lokaler Anspruchsgruppen, wie Behörden, Mitarbeitenden oder Gemeinschaften gehört.

Die ESH Policy von Continental sowie die Nachhaltigkeitsambitionen werden über die Unternehmenswebsite öffentlich kommuniziert. Darüber hinaus stehen für interne Kommunikationszwecke Schulungsmaterialien und weitere Leitfäden (wie Notfallpläne) zur Verfügung. Continental vermittelt und schult die Umsetzung der Regeln über ESH-Manager in den Unternehmensbereichen.

Kennzahlen in Bezug auf besorgniserregende Stoffe und besonders besorgniserregende Stoffe

Die berichteten Mengen an besorgniserregenden und besonders besorgniserregenden Stoffen gingen im Wesentlichen durch die Abspaltung der ehemaligen Unternehmensbereiche Automotive und Contract Manufacturing deutlich zurück.

Bezüglich der Menge besorgniserregender Stoffe führte eine Spezifizierung in der Methodik im Unternehmensbereich Tires zu einem Rückgang der als gesundheitsgefährdend ausgewiesenen Stoffe, die während der Produktion erzeugt, verwendet oder geschaffen werden, bei gleichzeitigem Anstieg der als gesundheitsgefährdend ausgewiesenen Stoffe, die das Unternehmen verlassen. Für die Menge der gesundheitsgefährdenden besorgniserregenden Stoffe, die das Unternehmen verlassen, wurde dadurch der strukturelle Effekt der Abspaltung ausgeglichen.

Besorgniserregende Stoffe

Besorgniserregende Stoffe, in Mio t

2025

2024

Menge besorgniserregender Stoffe, die während der Produktion erzeugt, verwendet oder beschafft werden

0,086

0,149

davon Gesundheitsgefährdung

0,050

0,083

davon Umweltgefährdung

0,036

0,067

 

 

 

Menge besorgniserregender Stoffe, die das Unternehmen verlassen

0,031

0,047

davon Gesundheitsgefährdung

0,030

0,016

davon Umweltgefährdung

0,001

0,031


Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Übergreifende Angaben

  • Besorgniserregende Stoffe werden gemäß den geltenden Vorschriften definiert.
  • Die Zuordnung von Gefahrenklassen erfolgt im Einklang mit dem Globally Harmonised System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien.
  • Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden besorgniserregende Stoffe, die beiden Gefahrenklassen zugehörig sind, unter Gesundheitsgefährdung ausgewiesen.

Menge besorgniserregender Stoffe, die während der Produktion erzeugt, verwendet oder beschafft werden

  • Die Datenerhebung erfolgt teilweise durch die Standorte. Die Mengen für den Monat Dezember sind hochgerechnet.
  • Die von den Standorten erhobenen Daten im Unternehmensbereich ContiTech wurden anhand eines repräsentativen Standorts plausibilisiert.

Menge besorgniserregender Stoffe, die das Unternehmen verlassen

  • Im letzten Berichtsjahr wurden die beiden Kennzahlen zu besorgniserregenden Stoffen, die das Unternehmen verlassen, und besorgniserregenden Stoffen, die das Unternehmen als Bestandteil von Produkten verlassen, separat berichtet. Aufgrund angewandter Produktionsprozesse existieren nur besorgniserregende Stoffe, die das Unternehmen als Bestandteil von Produkten verlassen, sodass beide Kennzahlen identisch und in diesem Berichtsjahr nicht separat ausgewiesen werden.
  • Für Batterien und Kompressoren im Unternehmensbereich Tires entsprechen die Mengen der eingehenden Stoffe den Mengen der ausgehenden Stoffe, da sie keinen weiterführenden Produktionsschritten unterliegen. Für Reifen und Bälge werden die Mengen kalkuliert auf Basis der dokumentierten Produktkompositionen und von IMDS-Daten. IMDS ist ein global standardisiertes Austausch- und Verwaltungssystem für Materialdaten in der Automobilindustrie.
  • Für gummibasierte Produkte im Unternehmensbereich ContiTech werden die gleichen Annahmen und Berechnungsmethoden wie für Reifen angewandt. Die Mengen besorgniserregender Stoffe, die das Unternehmen verlassen, werden anhand repräsentativer Produkte pro Geschäftsfeld hochgerechnet. Aufgrund der Vielfalt der relevanten chemischen Prozesse wird für die Produkte im Bereich Surface Solutions eine Expertenschätzung für die durchschnittliche chemische Abreaktion besorgniserregender Stoffe angewandt und die Menge kalkuliert. Durch die Verwendung dieser Berechnungsmethoden sind die Werte für den Unternehmensbereich ContiTech mit Unsicherheiten verbunden.
  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Die Mengen für den Monat Dezember sind hochgerechnet.

Besonders besorgniserregende Stoffe

Besonders besorgniserregende Stoffe, in Mio t

2025

2024

Menge besonders besorgniserregender Stoffe, die während der Produktion erzeugt, verwendet oder beschafft werden

0,003

0,006

davon Gesundheitsgefährdung

0,003

0,006

davon Umweltgefährdung

<0,001

<0,001

 

 

 

Menge besonders besorgniserregender Stoffe, die das Unternehmen verlassen

0,001

0,004

davon Gesundheitsgefährdung

0,001

0,004

davon Umweltgefährdung

<0,001

<0,001


Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Übergreifende Angaben

  • Besonders besorgniserregende Stoffe werden gemäß den geltenden Vorschriften definiert.
  • Die Zuordnung von Gefahrenklassen erfolgt im Einklang mit dem Globally Harmonised System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien.
  • Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden besonders besorgniserregende Stoffe, die beiden Gefahrenklassen zugehörig sind, unter Gesundheitsgefährdung ausgewiesen.

Menge besonders besorgniserregender Stoffe, die während der Produktion erzeugt, verwendet oder beschafft werden

  • Die Datenerhebung erfolgt teilweise durch die Standorte. Die Mengen für den Monat Dezember sind hochgerechnet.
  • Die von den Standorten erhobenen Daten im Unternehmensbereich ContiTech wurden anhand eines repräsentativen Standorts plausibilisiert.

Menge besonders besorgniserregender Stoffe, die das Unternehmen verlassen

  • Im letzten Berichtsjahr wurden die beiden Kennzahlen zu besonders besorgniserregenden Stoffen, die das Unternehmen verlassen, und besonders besorgniserregenden Stoffen, die das Unternehmen als Bestandteil von Produkten verlassen, separat berichtet. Aufgrund angewandter Produktionsprozesse existieren nur besonders besorgniserregende Stoffe, die das Unternehmen als Bestandteil von Produkten verlassen, sodass beide Kennzahlen identisch und in diesem Berichtsjahr nicht separat ausgewiesen werden.
  • Für Batterien und Kompressoren im Unternehmensbereich Tires entsprechen die Mengen der eingehenden Stoffe den Mengen der ausgehenden Stoffe, da sie keinen weiterführenden Produktionsschritten unterliegen. Für Reifen und Bälge werden die Mengen kalkuliert auf Basis der dokumentierten Produktkompositionen und von IMDS- Daten. IMDS ist ein global standardisiertes Austausch- und Verwaltungssystem für Materialdaten in der Automobilindustrie.
  • Für gummibasierte Produkte im Unternehmensbereich ContiTech werden die gleichen Annahmen und Berechnungsmethoden wie für Reifen angewandt. Die Mengen besorgniserregender Stoffe, die das Unternehmen verlassen, werden anhand repräsentativer Produkte pro Geschäftsfeld hochgerechnet. Aufgrund der Vielfalt der relevanten chemischen Prozesse wird für die Produkte im Bereich Surface Solutions eine Schätzung für die durchschnittliche chemische Abreaktion besorgniserregender Stoffe angewandt und die Menge kalkuliert. Durch die Verwendung dieser Berechnungsmethoden sind die Werte für den Unternehmensbereich ContiTech mit Unsicherheiten verbunden.
  • Aufgrund angewandter Produktionsprozesse existieren nur besonders besorgniserregende Stoffe, die das Unternehmen als Bestandteil von Produkten verlassen.
  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Die Mengen für den Monat Dezember sind hochgerechnet.

Umweltschutz in der Lieferkette

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster Umweltschutz in der Lieferkette

ID

Kurzbeschreibung

Art des IROs

Primärer
Zeithorizont

Erläuterung

22

Umweltverschmutzung durch die Lieferkette

Potenzielle negative Auswirkung

Kurzfristig

Die Lieferkette von Continental erstreckt sich über eine Vielzahl von Wertschöpfungsstufen in diversen Industrien, die unterschiedliche Materialien wie Ruß, Naturkautschuk, synthetischen Kautschuk, weitere Polymere und Metalle abbauen und herstellen. In diesen Ketten ergeben sich wesentliche prozess- und industrieinhärente potenzielle negative Auswirkungen durch mögliche Verschmutzungen von Luft, Wasser und Boden. Auch wenn in einigen dieser Industrien bestimmte Produktionsprozesse so gestaltet sind, dass konstante Emissionen weitgehend vermieden werden, verbleibt auch hier ein Potenzial unbeabsichtigter Freisetzungen und damit verbundener Umwelteinflüsse.

Managementansatz für Umweltschutz in der Lieferkette

Continental ist davon überzeugt, dass die Mobilität und die Weltwirtschaft sauberer werden und sich hin zu zirkulärem Wirtschaften wandeln müssen, um Ökosysteme zu schützen und ihre Resilienz und Regeneration zu unterstützen. Wir bekennen uns in unserer Nachhaltigkeitsambition dazu, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, indem wir die Ressourceneffizienz verbessern, vorbeugende Maßnahmen ergreifen und gleichzeitig diese Praktiken auch entlang unserer Wertschöpfungskette fördern. Dementsprechend hat Continental für den Umweltschutz in der Lieferkette einen Managementansatz definiert, um mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt im Zusammenhang mit Schadstoffemissionen in Luft, Gewässer und Boden in der Lieferkette zu verhindern und zu reduzieren. Wie in unserem Verhaltenskodex für Geschäftspartner und den RVC Commitments („Verpflichtungen zu einer verantwortungsvollen Wertschöpfungskette“) dargelegt, erwartet Continental von ihren Lieferanten, dass sie angemessene Umweltschutz-Managementverfahren einrichten, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Luftqualität, verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien, Schutz des Bodens sowie Schutz von Gewässern.

Der Managementansatz von Continental gilt für alle Einkaufsaktivitäten von Continental und ihren Tochtergesellschaften weltweit. Der Fokus des Managementansatzes liegt auf den direkten Lieferanten, welche die Anforderungen wiederum an ihre Lieferanten weitergeben sollen. Weitere Besonderheiten des Managementansatzes gelten für die Lieferkette von Naturkautschuk einschließlich der tieferen Lieferkette in Bezug auf die Beschaffung von Naturkautschuk. Siehe hierzu auch den Managementansatz für Schutz von Ökosystemen in der Lieferkette im Kapitel Biologische Vielfalt und Ökosysteme (ESRS E4).

Die Umsetzung des Managementansatzes erfolgt in erster Linie durch die Einkaufsabteilungen von Continental, die von den Umwelt- und Nachhaltigkeitsfunktionen unterstützt werden. Die Überwachung erfolgt über das Due-Diligence-System für die Wertschöpfungskette (RVCDDS) einschließlich der Überwachung durch den Vorstand (siehe hierzu auch den Managementansatz Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette im gleichnamigen Kapitel (ESRS S2)).

Das RVCDDS umfasst eine Vielzahl von Prozessen, die die Strategieentwicklung und -umsetzung, das Management von Regelwerken, das Auswirkungs- und Risikomanagement, das Fallmanagement (einschließlich Whistleblowing) und Schulungen umfassen. Um die Effektivität des Systems zu überwachen, ist ein mehrstufiger Prozess eingerichtet, nach dem sogenannten Three Lines-Modell. In Bezug auf die Lieferkette umfasst die erste Linie die Umsetzung der operativen Aufgaben auf Ebene der einzelnen Einkaufsfunktionen. Die zweite Linie, vertreten durch nicht operative Umwelt- und Einkaufsabteilungen und ‑rollen sowie den Menschenrechtsbeauftragten, überwacht das System, die Rollen und Verantwortlichkeiten sowie deren Angemessenheit und Wirksamkeit. Die dritte Linie bildet die interne Revision von Continental, die interne Prüfungen des RVCDDS vornimmt.

Die operativen Aufgaben umfassen spezifische Präventiv- und Abhilfemaßnahmen in Bezug auf die Lieferkette, wie z. B. die Anpassung von Beschaffungsstrategien und -praktiken, die Festlegung von Vertragsvereinbarungen und die Einführung von Kontrollmechanismen sowie die Schulung von Einkäufern und Lieferanten. Ausgewählte Lieferanten werden auf der Grundlage verschiedener Kriterien anhand von Fragebögen zur Selbstbewertung beurteilt, die über die allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsplattformen für unsere Branchen, wie EcoVadis, eingeholt werden. Darüber hinaus werden selektiv auch Audits vor Ort oder andere Audit-Aktivitäten durchgeführt, beispielsweise in Bezug auf das Vorhandensein von Umweltmanagementsystemen.

Der Vorstand der Continental AG wird im Rahmen des jährlich stattfindenden Reviewprozesses vom Menschenrechtsbeauftragten des Continental-Konzerns über den aktuellen Status informiert und bewertet die Effektivität, die Angemessenheit sowie das Verbesserungspotenzial des Systems. Zudem ist das RVCDDS Bestandteil des übergeordneten internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des Compliance-Managementsystems von Continental.

Die Erwartungen an die Lieferanten bezüglich angemessenen Umweltschutzes umfassen ebenfalls die Prävention von Vorfällen und Notfallsituationen.

Die skizzierten Prozesse werden durch ein umweltbezogenes RVC Commitment festgelegt und durch spezielle Regeln für den Einkauf und die dazugehörigen Arbeitsanweisungen erweitert. Direkte Lieferanten werden vom verbindlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner angeleitet, der auch auf die RVC Commitments verweist. Für Lieferanten von Naturkautschuk gilt ergänzend die Einkaufspolitik von Continental für nachhaltigen Naturkautschuk.

Der Managementansatz von Continental im Bereich Umweltschutz in der Lieferkette orientiert sich am deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sowie an anderen Sorgfaltspflicht-Standards wie den UN-Leitprinzipien und den OECD-Leitsätzen.

Innerhalb der Managementprozesse werden die Interessen von Stakeholdern wie Kunden und Verbänden berücksichtigt.

Continental kommuniziert ihren Managementansatz durch ihre Grundsatzerklärung und die extern veröffentlichte RVC Commitments. Dafür werden Schulungsinitiativen für Lieferanten durchgeführt, um das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung in der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu fördern. Darüber hinaus werden die direkten Lieferanten aufgefordert, den Verhaltenskodex für Geschäftspartner zu unterzeichnen. Daher richtet sich die Kommunikation über Aktivitäten im Rahmen des Managementansatzes an Lieferanten und weitere für den Managementansatz relevante Interessengruppen, wie z. B. betroffene Gemeinschaften.

Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich

ID

Kurzbeschreibung

Art des IROs

Primärer
Zeithorizont

Erläuterung

23

Freisetzungen oder andere Umweltvorfälle im eigenen Betrieb

Potenzielle negative Auswirkung

Kurzfristig

Continental betreibt eine Vielzahl industrieller Prozesse, bei denen chemische Substanzen, Öle, Klebstoffe, Lösungsmittel, Kühlmittel und andere Stoffe verarbeitet, transportiert und gelagert werden. Daraus ergeben sich wesentliche prozessinhärente potenzielle negative Auswirkungen durch mögliche Verschmutzungen von Boden, Wasser und Luft im Fall von unbeabsichtigten Freisetzungen, z. B. durch manuelle Tätigkeiten, Leckagen oder technische Defekte.

Managementansatz für Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich

Continental ist davon überzeugt, dass die Mobilität und die Weltwirtschaft sauberer werden und sich hin zu zirkulärem Wirtschaften wandeln müssen, um Ökosysteme zu schützen und ihre Resilienz und Regeneration zu unterstützen. Wir bekennen uns in unserer Nachhaltigkeitsambition dazu, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, indem wir die Ressourceneffizienz verbessern, vorbeugende Maßnahmen ergreifen und die Umweltverschmutzung in unserem eigenen Geschäftsbereich reduzieren. Dementsprechend verfügt Continental über umfassende Umweltschutzmaßnahmen und Umweltmanagementprozesse im eigenen Geschäftsbereich. Diese beinhalten auch Maßnahmen und Prozesse, um die identifizierten potenziellen negativen Auswirkungen durch mögliche Freisetzungen in Luft, Gewässer und Boden zu verhindern oder, sofern nötig, abzumildern. Wie in der Unternehmenspolitik zu Umwelt, Sicherheit und Gesundheit (Environment, Safety and Health Policy, ESH Policy) von Continental öffentlich dargelegt, schonen wir Ressourcen und vermeiden Umweltverschmutzung durch Emissionen in die Luft, das Wasser und den Boden.

Der Managementansatz von Continental für Umweltschutzmaßnahmen deckt den eigenen Geschäftsbereich weltweit ab und ist besonders auf die Produktionsstätten ausgerichtet.

Die Verantwortung für die Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen und die Vermeidung von Umweltverschmutzung liegt bei der Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaften von Continental. Das interne Rahmenwerk für Umweltschutz wird von den Umweltabteilungen von Continental festgelegt und vom Vorstand und von den Gremien der Unternehmensbereiche überwacht.

Die Verfahren und die Überwachung hinsichtlich der Vermeidung und Eindämmung von Umweltvorfällen sind in das allgemeine Umweltmanagementsystem integriert. Die Präventivmaßnahmen werden standortspezifisch umgesetzt und umfassen u. a. Notfallpläne, Standortinspektionen durch die lokalen ESH-Manager sowie regelmäßige Wartungspläne. Weitere Maßnahmen werden dort umgesetzt, wo sie erforderlich sind, z. B. Gefahrstofflagerung, Auskoffern, Abscheider, Abwasserbehandlung oder Rückhaltebecken.

Die Vermeidung und Eindämmung von Umweltvorfällen oder Freisetzungen von Emissionen in Luft, Wasser und Boden durch Leckagen umfasst standortspezifische Notfallpläne, die die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im Falle einer tatsächlichen Freisetzung kontrollieren und begrenzen. Im Jahr 2025 hat der Unternehmensbereich Tires ein systematisches und strukturiertes Managementsystem für Umweltvorfälle eingeführt mit dem Ziel, einen ganzheitlichen Ansatz zu implementieren. Dieser umfasst auch die Identifikation von Gegenmaßnahmen zur zukünftigen Vermeidung.

Der Rahmen für das Umweltmanagement von Continental, einschließlich der Vermeidung und Eindämmung von Umweltvorfällen besteht aus der öffentlichen ESH Policy und den damit verbundenen umweltbezogenen RVC Commitments sowie aus mehreren internen Regeln auf verschiedenen Ebenen der Organisation.

Das Umweltmanagement von Continental, einschließlich der Vermeidung und Eindämmung von Umweltvorfällen wie z. B. Leckagen, basiert auf der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001. Die Abdeckung mit zertifizierten Umweltmanagementsystemen findet sich in der entsprechenden Kennzahl in diesem Kapitel.

Zum lokalen Umweltmanagement gehört auch die Konsultation lokaler Anspruchsgruppen, wie Behörden, Mitarbeitende oder Gemeinschaften, sofern relevant.

Die ESH Policy von Continental sowie die damit verbundenen umweltbezogenen RVC Commitments werden über die Internetseite extern kommuniziert. Darüber hinaus stehen für interne Kommunikationszwecke Schulungsmaterialien, weitere Leitfäden sowie Notfallpläne zur Verfügung.

Kennzahlen in Bezug auf Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich

Im Berichtsjahr wurde die Zertifizierung von Werken von Continental hinsichtlich eingeführter Umweltschutzmanagementsysteme (ISO 14001 oder vergleichbar) fortgeführt.

Der Rückgang bei der Abdeckung von Zertifizierungen für Umweltschutzmanagementsysteme (nach ISO 14001) ist auf die Abspaltung der ehemaligen Unternehmensbereiche Automotive und Contract Manufacturing, welche eine im Durchschnitt höhere Abdeckungsquote hatten, sowie auf ausgelaufene Zertifikate im Unternehmensbereich ContiTech zurückzuführen.

Abdeckung von Umweltschutzmanagementsystemen

2025

2024

Zertifizierungen für Umweltschutzmanagementsysteme (ISO 14001), Abdeckungsgrad Mitarbeitende (zum 31.12.), in %

72

77


Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:

  • Gezählt werden die Mitarbeitenden des Continental-Konzerns mit einem gültigen und aktiven Arbeitsvertrag zum 31.12.2025. Praktikanten und Auszubildende werden nicht berücksichtigt.
  • Berücksichtigt werden gültige Zertifikate und abgeschlossene Rezertifizierungen.
  • Die Datenerhebung erfolgt durch die Standorte. Der geringe Teil von Mitarbeitenden, die nicht zugeordnet werden konnten, wird als nicht abgedeckt betrachtet. Die Kennzahl errechnet sich aus dem Verhältnis der eigenen Belegschaft, die an einem zertifizierten Standort arbeitet, zu der Gesamtzahl der eigenen Belegschaft von Continental.
  • Die Kennzahl ist unternehmensspezifisch.