Nachhaltigkeitsbericht – Informationen zu sozialen Aspekten
Betroffene Gemeinschaften (ESRS S3)
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf betroffene Gemeinschaften
Continental hat ihre tatsächlichen und potenziellen negativen und positiven Auswirkungen sowie abstrakte und konkrete Risiken und Chancen in Bezug auf betroffene Gemeinschaften gemäß den regulatorischen Anforderungen bewertet, wie im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) beschrieben. Die allgemeinen Angaben umfassen einen Überblick über die Bewertung aller ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) einschließlich der betrachteten Zeithorizonte.
In dieser IRO-Bewertung (IRO-Assessment) wurden die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften ermittelt. Sie bilden zusammen das folgende IRO-Cluster:
- Betroffene Gemeinschaften
Die Beschreibungen der potenziellen negativen Auswirkungen und abstrakten Risiken erfolgen aus einer geschäftsinhärenten Perspektive. Sie benennen allgemeine Auswirkungspotenziale und Risikoexpositionen basierend auf strukturellen Aspekten wie der Geschäftstätigkeit, geografischen Aspekten, dem Geschäftsmodell oder Produktcharakteristika. Dabei ist die Mitigation durch den im jeweiligen IRO-Cluster beschriebenen Managementansatz von Continental nicht berücksichtigt. Tatsächliche negative Auswirkungen, konkrete Risiken, positive Auswirkungen sowie Chancen werden aus der unternehmensspezifischen Perspektive beschrieben und berücksichtigen die Ergebnisse der Managementansätze. Eine ausführliche Definition der IRO-Typen ist im Kapitel Allgemeine Angaben (ESRS 2) in den Abschnitten Wesentlichkeit der Auswirkungen (Impact Materiality) und Finanzielle Wesentlichkeit (Financial Materiality) zu finden.
Die Beschreibungen der IROs sind jeweils für sich abgeschlossen zu betrachten, wodurch es zu Wiederholungen kommen kann.
Auf den folgenden Seiten werden die IROs des IRO-Clusters detailliert beschrieben. Zudem wird der für das IRO-Cluster entwickelte Managementansatz dargestellt, der die beschriebenen Auswirkungen, Risiken und Chancen steuert. Zugleich werden dazugehörige Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen erläutert (sofern vorhanden).
Betroffene Gemeinschaften
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen im IRO-Cluster betroffene Gemeinschaften
ID |
Kurzbeschreibung |
Art des IROs |
Primärer |
Erläuterung |
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59 |
Negative Auswirkungen durch den eigenen Geschäftsbereich auf betroffene Gemeinschaften |
Potenzielle negative |
Kurzfristig |
Als global agierendes Unternehmen betreibt Continental weltweit eine Vielzahl von Produktionsstandorten in verschiedenen Umgebungen. Daraus ergeben sich grundsätzlich mit Produktionsstandorten verbundene Potenziale für negative Auswirkungen auf Gemeinschaften und Anwohner in der Nähe dieser Standorte, insbesondere im Zusammenhang mit Gerüchen, unbeabsichtigten Freisetzungen oder der Behandlung von Abfällen. |
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60 |
Negative Auswirkungen der Lieferkette auf betroffene Gemeinschaften |
Potenzielle negative |
Kurzfristig |
Die Lieferkette von Continental erstreckt sich über eine Vielzahl von Industrien entlang der verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette in verschiedenen Regionen und Märkten. Daraus ergeben sich grundsätzliche, beispielsweise mit Produktionsstandorten verbundene, Potenziale für negative Auswirkungen auf Gemeinschaften und Anwohner entlang der Lieferkette, insbesondere im Zusammenhang mit Umweltschutzthemen. |
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61 |
Sanktionen im Zusammenhang mit Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften im eigenen Geschäftsbereich und in der Lieferkette |
Abstraktes |
Mittelfristig |
Als global agierendes Unternehmen betreibt Continental weltweit eine Vielzahl von Produktionsstandorten in verschiedenen Umgebungen und bezieht Materialien und Vorprodukte aus globalen Lieferketten, die sich über eine Vielzahl von Industrien entlang der verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette erstrecken. Daraus ergibt sich eine grundsätzliche Exposition gegenüber möglichen Effekten, die sich aus existierender Regulatorik, wesentlichen Verschärfungen oder neuen Anforderungen in Bezug auf den Schutz von Gemeinschaften und Anwohnern in der Nähe der eigenen Produktionsstandorte oder der Lieferkette ergeben können. Im Fall, dass schwere Verstöße auftreten würden und diese mit Continental verbunden wären, könnte dies im Rahmen geltender oder verschärfter Regulatorik zu Straf- und Bußgeldzahlungen, Abhilfekosten oder einer vorübergehenden Unterbrechung des jeweiligen Geschäftsbetriebs führen. |
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Managementansatz für betroffene Gemeinschaften
Da Continental entlang der Wertschöpfungskette Waren, Materialien und Dienstleistungen aus zahlreichen Branchen bezieht, hat dies grundsätzlich potenzielle Auswirkungen auf sämtliche Arten von betroffenen Gemeinschaften. Als besonders betroffen werden Gemeinschaften betrachtet, die in der Nähe von Unternehmensstandorten oder Standorten von Unternehmen aus der Lieferkette von Continental leben oder arbeiten. In beiden Fällen inkludiert dies auch indigene Völker. Die Auswirkungen auf Gemeinschaften in der nachgelagerten Wertschöpfungskette werden als nicht direkt mit Continental verbunden betrachtet.
Continentals Ansatz zum Management wesentlicher Auswirkungen und Risiken, die auch Gemeinschaften betreffen können, werden durch die folgenden Managementansätze abgedeckt, die an anderen Stellen dieses Nachhaltigkeitsberichts beschrieben werden:
- Umweltschutz im eigenen Geschäftsbereich im Hinblick auf potenzielle Auswirkungen durch Umweltverschmutzung durch den eigenen Betrieb, siehe Kapitel Emissionen und Substanzen (ESRS E2).
- Umweltschutz in der Lieferkette im Hinblick auf potenzielle Auswirkungen durch Umweltverschmutzung seitens der Lieferanten, siehe Kapitel Emissionen und Substanzen (ESRS E2).
- Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe im Hinblick auf potenzielle Auswirkungen durch die Nutzung im eigenen Betrieb, der vorgelagerten Wertschöpfungskette und der nachgelagerte Wertschöpfungskette, siehe Kapitel Emissionen und Substanzen (ESRS E2).
- Abfälle im eigenen Geschäftsbereich im Hinblick auf potenzielle Auswirkungen im Zusammenhang mit der Behandlung und Entsorgung von Abfällen, siehe Kapitel Ressourcennutzung und zirkuläres Wirtschaften (ESRS E5).
- Arbeitsstandards für die eigene Belegschaft mit einer detaillierteren Beschreibung des Responsible Value Chain Due Diligence System (RVCDDS) und der Prozesse für den eigenen Betrieb, siehe Kapitel Eigene Belegschaft (ESRS S1). Diese umfassen auch sogenannte Responsible Value Chain Commitments (RVC Commitments) in Bezug auf Landrechte einschließlich der Rechte indigener Völker, und verantwortungsvolle Sicherheitspraktiken.
- Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, in dem das RVCDDS und seine Prozesse für die Lieferkette im Detail beschrieben werden, siehe Kapitel Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (ESRS S2).
Darüber hinaus überwachen und minimieren die Standorte von Continental nicht-toxische Emissionen, die potenziell Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften haben könnten, wie beispielsweise Geruchsemissionen.
Der Fokus der Managementansätze und insbesondere des RVCDDS liegt auf dem eigenen Geschäftsbereich und direkten Lieferanten und somit auf betroffenen Gemeinschaften in deren Nähe. Indirekt und anlassbezogen wird auch die tiefere Lieferkette berücksichtigt. Spezifische Elemente des RVCDDS, insbesondere das Hinweisgebersystem und das damit verbundene Fallmanagement, richten sich direkt an alle betroffenen Gemeinschaften entlang der Wertschöpfungskette oder ihre Vertreter.
Das Hinweisgebersystem ist ausführlich im Kapitel Geschäftsverhalten (ESRS G1) in diesem Nachhaltigkeitsbericht erläutert. Die beschriebenen Kanäle stehen ausdrücklich auch Mitgliedern betroffener Gemeinschaften oder ihren Vertretern offen. Die definierten Rollen und Zuständigkeiten entlang der Prozessschritte Meldung, Meldungsbearbeitung, Untersuchung und Sanktionierung gelten gleichermaßen für von ihnen eingereichte Fälle. Es gibt keine zusätzlichen spezifischen Mechanismen für die Anwendung von Abhilfemaßnahmen für betroffene Gemeinschaften.
Im Rahmen des RVCDDS verpflichtet sich Continental mit den beschriebenen RVC Commitments, legitime Landrechte während des gesamten Lebenszyklus einer Immobilie oder der sonstigen Nutzung von Land, Wäldern und Gewässern zu respektieren, insbesondere dort, wo diese die Lebensgrundlage von Menschen sichern.
Im Hinblick auf verantwortungsvolle Sicherheitspraktiken verpflichtet sich Continental, bei der Beauftragung oder der Nutzung eigener, privater oder öffentlicher Sicherheitskräfte, die Menschenrechte zu achten und für ausreichende Unterweisung zu sorgen sowie geeignete Kontrollmechanismen zu etablieren.
Die Instrumente des RVCDDS in Bezug auf Präventions- und Abhilfemaßnahmen, Kommunikation und Ausrichtung an international anerkannten Standards und das Systemreview wie sie in den Managementansätzen beschrieben sind, umfassen die eigene Belegschaft, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie betroffene Gemeinschaften.
Kennzahlen in Bezug auf betroffene Gemeinschaften
Im Berichtsjahr erhielt Continental keine substanziierte Kenntnis hinsichtlich konkreter Vorfälle von schweren Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften.
Im Berichtsjahr wurden weder Straf- und Bußgeldzahlungen noch Entschädigungen für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften ausgezahlt.
Kennzahlen in Bezug auf betroffene Gemeinschaften |
2025 |
2024 |
Gesamtanzahl der bekannten Vorfälle schwerer Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften von Continental |
0 |
0 |
Gesamtbetrag der Straf- und Bußgeldzahlungen und Entschädigungen für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften, in Mio € |
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Definitionen, Annahmen und Berechnungsmethoden:
Gesamtanzahl der bekannten Vorfälle schwerer Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften von Continental
- Der Schweregrad der Vorfälle wird im Rahmen des Fallmanagements im RVCDDS regelmäßig bewertet.
- Die Vorfälle umfassen maßgebliche Verletzungen von Umweltrechten, Sicherheitspraktiken und Landrechten betroffener Gemeinschaften.
- Die Datenerhebung erfolgt durch die verschiedenen Beschwerdemechanismen des Continental-Konzerns. Berücksichtigt werden schwere Vorfälle in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen, die im Berichtsjahr in Continental-Systemen gemeldet wurden und die eine Person einbeziehen, die zu den betroffenen Gemeinschaften von Continental gehört.
- Diese Information stellt den aktuellen Kenntnisstand von Continental dar und umfasst Vorfälle, von denen Continental substanziierte Kenntnis bezüglich der konkreten Vorfälle hat.
- Diese Kennzahlen sind unternehmensspezifisch.
Gesamtbetrag der Straf- und Bußgeldzahlungen und Entschädigungen für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
- Straf- und Bußgeldzahlungen sowie Entschädigungen, die im Berichtsjahr ausgezahlt wurden, werden berücksichtigt.
- Diesbezügliche Aufwendungen im Sinne der ESRS werden im Konzernabschluss in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten Sonstige Aufwendungen ausgewiesen.
